1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Hochtaunus

Rind’sches Bürgerstift hat neuen Träger

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Der Name bleibt, aber zum 1. April ändert sich der Träger im Rind'schen Bürgerstift.
Der Name bleibt, aber zum 1. April ändert sich der Träger im Rind'schen Bürgerstift. © Michael Schick

Die Gemeinschaft Deutsche Altenhilfe GmbH (GDA) übernimmt das traditionsreiche Rind’sche Bürgerstift in der Kurstadt. In der vielfach ausgezeichneten Altenpflegeeinrichtung leben etwa 220 Bewohner, rund 100 werden ambulant betreut.

Von Jürgen Streicher

Das Rind’sche Bürgerstift bekommt zum 1. April einen neuen Träger. Wie der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Hans-Dieter Homberg, gestern bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz mitteilte, übernimmt die Gemeinschaft Deutsche Altenhilfe (GDA) mit Hauptsitz in Hannover das traditionsreiche Haus an der Gymnasiumstraße samt aller Immobilien. Der Name – „ein Qualitätsname im Pflegesektor auch überregional“, so Homberg – werde beibehalten, die Stiftung als ehemaliger Träger werde als Rind’sche Bürgerstiftung weitergeführt.

Die Übernahme durch die GDA solle „die Spitzenposition sicherstellen“, so Homberg. Der Markt habe sich „gewaltig geändert“, der Wettbewerb sei „stracker“ geworden. Bei der Suche nach einem starken Partner hätten sich GDA und Bürgerstift getroffen, „die Philosophie der Häuser passt zusammen“, so Homberg. So sieht das auch GDA-Geschäftsführer Georg Nicolay. Ziel sei es, das Haus weiterzuführen wie es sich jetzt präsentiert. Die Einbindung in einen Unternehmensverbund bezeichnen beide neuen Partner angesichts des permanenten Umbruchs in der Pflegelandschaft als unabdingbar.

Die 1971 gegründete Gemeinschaft Deutsche Altenhilfe ist ein Mitgliedsunternehmen des Paritätischen Wohlfahrtsverbands. Gesellschafter sind dessen Gesamtverband und die Landesverbände Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz, in denen die GDA an zehn Standorten vertreten ist. Unter anderem auch in Bad Homburg: Dort hat sie vor einem Jahr das Haus für betreutes Wohnen am Untertor „Wohnen am Schlosspark“ übernommen. Eine „Verschmelzung“ damit ist laut Nicolay nicht vorgesehen, Kooperationen könne es aber geben.

Die GDA übernehme „eine Perle“, sagte Homburgs Sozialdezernent Dieter Kraft, der Vorsitzende des Kuratoriums Rind’sches Bürgerstift. Das Haus werde schuldenfrei übergeben, das Vermögen der Stiftung bleibe unangetastet.

Versichert wurde gestern auch, dass alle knapp 150 Mitarbeiter zu den gleichen Konditionen übernommen würden, die bestehenden Verträge mit den Bewohnern würden unverändert weitergeführt. Im Rind’schen Bürgerstift leben zurzeit 187 Bewohner im Pflegebereich und 35 im betreuten Wohnen. In der ambulanten Betreuung seien etwa 100 Menschen.

Mit der Gründung des ambulanten Dienstes wurde 2008 der Grundstein für das Markenzeichen „Pflege aus einer Hand“ gelegt, ein Netzwerk aus verschiedenen Bausteinen der Pflege. Dieser Philosophie sieht sich auch die GDA verpflichtet, die sich in ihren Einrichtungen mit 1500 Mitarbeitern um 2200 Bewohner in Wohnstiften und im betreuten Wohnen kümmert. Hinzu kommen 330 Menschen in Wohnpflegebereichen und 930 Menschen in der ambulanten Betreuung. Im vergangenen Jahr hat die Gruppe nach Angaben ihres kaufmännischen Geschäftsführers Holger Horrmann 75 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet.

Eine Personalveränderung wird es zum 1. April in jedem Fall geben. Der bisherige Direktor Michael Blank steigt nach fast 20 Jahren aus, die GDA bringt Klaus Wimbert (52) als neuen Leiter der Stiftsdirektion mit.

Auch interessant

Kommentare