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OB Michael Korwisi   und seine Frau Gabriele freuen sich  über den Stimmengewinn.
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OB Michael Korwisi und seine Frau Gabriele freuen sich über den Stimmengewinn.

Bad Homburg / Hochtaunus

Riesen-Zuwachs für Grüne

Schwarz-Gelb verliert wohl die Mehrheit in Stadt und Kreis. Besonders gebeutelt wird die FDP. Die Grünen gewinnen deutlich dazu.

Von Martina Propson-Hauck und Anton J. Seib

Freudentaumel herrscht bei den Bad Homburger Grünen. Der sonst eher bedächtige Oberbürgermeister Michael Korwisi greift sich schon nach den ersten ausgezählten Wahlbezirken ans Herz. Erschrocken blickt er auf die Leinwand und kann nicht fassen, was er da sieht. „Es gefällt mir“, sagt er gewohnt besonnen, nachdem er die Fassung wieder gewonnen hat: Eine schwarz-gelbe Mehrheit, wie bisher, wird es in Bad Homburg aller Voraussicht nach nicht mehr geben.

Die Grünen ziehen als zweitstärkste Kraft ins Parlament, die CDU wird zwar weiterhin stärkste Kraft bleiben, hat aber deutlich mehr als vier Prozentpunkte verloren. Die SPD verliert ebenfalls, allerdings nur 2,8 Prozentpunkte, während die FDP ihr Ergebnis fast halbiert. Sie muss sich als Verliererin der Wahl sehen und teilt dieses Schicksal mit den anderen Kleinen, der Bürgerliste (BLB) und den Neuen Homburger Wählern (NHU). Gestern Abend waren allerdings erst rund die Hälfte aller Stimmzettel ausgezählt. Erst heute kommen diejenigen Wahlzettel dran, auf denen die Wähler vom Kumulieren und Panaschieren Gebrauch gemacht haben.

„Die Grünen sind die klaren Wahlgewinner“, sagte dennoch CDU-Vorsitzender Thorsten Bartsch gestern Abend in einer ersten Einschätzung. Der Fraktionsvorsitzende der Union, Alfred Etzrodt, baut darauf, dass viele Unionswähler einzelne Personen angekreuzt haben könnten, da die CDU im Wahlkampf stark mit einzelnen „Köpfen“ geworben hat. „Wir werden trotzdem nach neuen Partnern Ausschau halten“, sagte Bartsch mit Blick auf den so stark schwächelnden Koalitionspartner FDP. Auch FDP-Mann Ulrich Cannawurf hoffte noch ein wenig auf die kumulierten Stimmen.

Daniela Kraft, Fraktionsvorsitzende der Grünen, sieht das Ergebnis als „Bestätigung der guten Arbeit des OB“. Am Wahlstand hätten vorwiegend kommunale Sachthemen interessiert, sagte sie. Sie schätzt die CDU nun als „reif für die Opposition“ ein, ihr Ehemann Dieter Kraft hingegen hält das für ihre „Privatmeinung“ und will lieber offener bleiben.

„Die Atomdebatte hat sich auch in Bad Homburg niedergeschlagen“, sagt hingegen Waldemar Schütze (SPD). Zudem habe der OB-Bonus den Grünen zu diesem Aufwind verholfen. Der Bad Homburger Karlheinz Krug zieht voraussichtlich in den neuen Kreistag ein. In Bad Homburg ist er als SPD-Kandidat für den vakanten Posten des Bürgermeisters in den Wahlkampf gestartet.

Die CDU-FDP-Mehrheit im Kreistag steht auf der Kippe. Bereits gegen 21.30 Uhr zog CDU-Kreisvorsitzender und Spitzenkandidat Jürgen Banzer ein ernüchterndes Fazit: „Es wird wohl für eine weitere Zusammenarbeit mit der FDP nicht langen“, sagte der frühere Landrat. Als mögliche weitere Partner nannte Banzer SPD, Grüne und die FWG. Er habe bereits vor der Wahl den Kontakt zu diesen Parteien gesucht. Dabei hätten sich mit allen Anknüpfungspunkte ergeben. „Aber zunächst sprechen wir mit der FDP“, sagte Banzer. Die teils herben Verlust seiner Partei führt Banzer auf die Atomkatastrophe in Japan zurück. Dadurch hätten kommunalpolitische Themen kaum noch eine Rolle gespielt. Man werde aber vor allem in Bad Homburg und Oberursel genau analysieren müssen, welche politischen Veränderungen vor Ort nötig seien.

Enttäuschung herrschte bei der Hochtaunus-FDP. „Das ist kein Tag zum Jubeln“, fasste FDP-Spitzenkandidat Frank Blechschmidt seine Gemütslage zusammen. Noch Anfang des Jahres sei die Stimmung gut gewesen, sagte er, „doch dann kam Japan“.

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