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Rettung für XXL-Patienten

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Eine Seilwinde zieht auch die schwersten Patienten  ins Auto.
Eine Seilwinde zieht auch die schwersten Patienten ins Auto. © R. Oeser

Das Rote Kreuz im Hochtaunuskreis ist ab sofort mit einem Schwerlast-Rettungswagen unterwegs. Auf seiner breiteren Liege können auch Patienten in Übergröße transportiert werden.

Von Martina Propson-Hauck

"Ich bin froh, dass ich kein Dicker bin“, sang Marius Müller-Westernhagen einst mit jener Häme und jenem Spott, den Schlanke ihren übergewichtigen Zeitgenossen in der Regel mehr oder weniger unverhohlen entgegenbringen. Der Sänger karikierte damit allerdings auch beißend das werbegestützte Schlankheitsideal, in dem sich „dünn sein“ auf „frei sein“ einen Reim bildet.

Der Spaß hört spätestens dann auf, wenn ein stark übergewichtiger Mensch in Not gerät und per Krankenwagen transportiert werden muss. 350 Kilogramm brachte der schwergewichtigste Patient im Hochtaunuskreis auf die Waage, den der vom Deutschen Roten Kreuz und dem Malteser Hilfsdienst geleistete Rettungsdienst bisher transportieren musste. Zehn Helfer waren damals zum Heben im Einsatz.

In seiner Zeit als Sozialminister hatte Jürgen Banzer (CDU) die Anschaffung von sogenannten Schwerlast-Rettungswagen noch auf den Weg gebracht. „Nicht wegen meines eigenen Gewichts“, setzte er gestern hinzu, als er als Vorsitzender des DRK Hochtaunus den ersten Rettungswagen dieser Art für den Hochtaunuskreis offiziell in Dienst nahm.

21000 Euro hat das DRK investiert, um einen herkömmlichen Rettungswagen entsprechend umzubauen: Eine verbreiterte Spezialtrage mit einer Belastbarkeit von mehr als 700 Kilogramm wird von einer Seilwinde, die eine ganze Tonne bewegen kann, gezogen. Das Fahrzeug ist in Bad Homburg, in der DRK-Wache in der Schwalbacher Straße stationiert. Wird es benötigt, so informieren die Sanitäter eines normalen Rettungswagens die Leitstelle. 26 solcher Spezialwagen sind insgesamt in Hessen im Einsatz.

Im Hochtaunuskreis sind 19 Rettungsfahrzeuge im Einsatz, die in den Rettungswachen Bad Homburg, Oberursel, Königstein, Usingen, Schmitten und auf dem Großen Feldberg stationiert sind. Die Notarztfahrzeuge stehen an den Kliniken in Bad Homburg und Usingen.

Auch die Hochtaunusklinken seien auf die stetig steigende Zahl schwerer Patienten von mehr als 150 Kilogramm Gewicht eingestellt, sagte Landrat Ulrich Krebs (CDU) gestern vor Journalisten. So gebe es dort elektrisch verstellbare Betten sowie einen besonders hoch belastbaren Roll- und Toilettenstuhl für Schwergewichtige.

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