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Rettung für Ehrenmal

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Eine private Initiative will sich um Spenden kümmern, damit das Ehrenmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten aus Oberursel erhalten werden kann. Dafür wird ein professionelle Fundraiser engagiert.

Von Jürgen Streicher

Das Ehrenmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten aus Oberursel soll möglichst in seiner ursprünglichen Form erhalten werden. Um die Finanzierung der Restaurierung wird sich die Initiative „Rettet das Ehrenmal“ bemühen. Initiator ist der Stadtverordnete und professionelle Fundraiser Christoph Müllerleile. Eine Restaurierung des Denkmals mit Sockel und Mosaiksäule würde nach jüngsten Angeboten etwa 170.000 Euro kosten.

Die hohen Kosten hatten die Stadtväter bisher stets abgeschreckt. Zudem sei das Mosaik aus dem Jahr 1929 zwar von hohem künstlerischem Wert, nicht aber das Denkmal insgesamt. Es wird auf Weisung des Landesamtes für Denkmalpflege daher auch nicht mehr als Kulturdenkmal angesehen, Geld aus Landestöpfen kann Oberursel nicht erwarten. Etwa 50000 Euro hat die Stadt bereits in die dringendsten Sicherungsreparaturen investiert.

Stadt gibt 35.000 Euro

Die Stadt wird auch weiter mit im Rettungsboot sitzen – als unterstützendes Mitglied der neuen Initiative und als Geldgeber. Zur Sicherung vor weiterem Verfall sollen aus dem laufenden Haushalt bis zu 35 000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Das haben der Bauausschuss und der Finanzausschuss bei Enthaltung der Grünen mit großer Mehrheit beschlossen. Das Geld soll für Vermessung und Dokumentation des Ehrenmals sowie für die Abnahme und Einlagerung des Mosaiks der Säule bereitgestellt werden.

Die Boule-Spieler, die sich im Sommer am Fuß der Säule treffen, schauen manchmal schon mit bangen Blicken hinauf, wenn wieder mal ein Steinchen fällt. Viele sind bereits abgefallen, breiter werdende Risse ziehen sich bis in die obere Region, einige Löcher sind schon mit Zement verfüllt, Metallbinden halten die äußerste Schicht zusammen.

Selbst mit viel Geld wird die Säule, auf deren Sockel die Namen von 224 Männern stehen, die im Ersten Weltkrieg ums Leben kamen, nicht wieder so aussehen, wie sie die Mosaikkünstlerin Lina von Schauroth (1874-1970) ursprünglich für die Frankfurter Frauenfriedenskirche geschaffen hatte. Die Mosaikteile sind nicht reproduzierbar, hieß es bisher stets. Müllerleile hat nun eine Werkstatt für Mosaik gefunden, die eine „identische Rekonstruktion“ unter Verwendung des Altmaterials verspricht. Wie die Beschaffung der nötigen Mittel dafür erreicht werden kann, will der Fundraiser bei der Gründungsversammlung der Initiative „Rettet das Ehrenmal“ potenziellen Spendern und Sponsoren erläutern. Sie beginnt am Montag, 23. August, um 19.30 Uhr im Raum Weißkirchen der Stadthalle.

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