Autoschau Oberursel

Wer nicht wirbt, ist tot

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Was Frankfurt alle zwei Jahre seine IAA ist, heißt in Oberursel "AiA - Autos in der Allee". Für die Autohäuser vor Ort ist die Schau ein absoluter Pflichttermin. Von Jürgen Streicher

Was Frankfurt alle zwei Jahre seine IAA ist, heißt in Oberursel "AiA - Autos in der Allee". Wobei der Name nicht mehr ganz stimmt, denn bei der zwölften Auflage der Autoschau am Wochenende haben Händler, Zulieferer und andere Anbieter aus der Branche auch den Bereich bis zum Epinayplatz erobert. "Eine Pflichtveranstaltung", sagt Sascha Herrmann, Verkaufsleiter bei Auto Bach. "Man kann sich nicht erlauben, nicht da zu sein", sagt der ortsansässige Audi-Händler.

Ein gutes Dutzend Autohäuser präsentieren bei der AiA die neuen Modelle. Wenn die Einheimischen nicht wollen, füllen Händler aus Bad Homburg, Friedrichsdorf, Kronberg und Frankfurt für teures Geld die Plätze unter den Allee-Kastanien. "Gigantisch" nennt Sylvia Spielmann vom Autohaus Renault Bauer die Kosten für das zweitägige Spektakel. Aber: "Man muss präsent sein und sich zeigen. Man kann sich nicht ausschließen bei einer Schau, auf der der Kunde die Chance zum direkten Vergleich vieler Modelle hat".

Diethard Heinicke, Inhaber des Oberurseler Citroen-Autohauses, sieht das anders. "Lieber nicht, hab' keine Lust, bin nicht da", sagt er, und das bereits im dritten Jahr. Kosten und Ertrag stünden in keinem Verhältnis, Geschäfte würden bei einer Autoschau dieser Art nicht gemacht, meint er mit Blick auf das Publikum, das ihm mehr nach dem umfangreichen Rahmenprogramm zu schielen scheint. In Friedrichsdorf in zwei Wochen wird er dabei sein.

Die staatliche Abwrackprämie hat dem Toyota-Autohaus Ruhl An den Drei Hasen "perfekt in die Karten gespielt", sagt Inhaberin Gerda Törber. "Wir sind leer, ich habe so viel Autos verkauft wie im ganzen Jahr zuvor." Gerda Törber ist Fan der AiA, "eine Autoschau für alle, im Umfeld die interessanteste, es herrscht eine positive Stimmung". Interesse wecken, Kundenkontakte herstellen, Probefahrten vereinbaren sind für sie wie für Sascha Herrmann die wichtigsten Aspekte der Schau.

Der Verkauf von Kleinwagen boomt laut Service-Assistentin Diana Kallmayer auch beim Autohaus Koch, der VW-Händler ist jedes Jahr dabei. Sie sieht das ähnlich wie Toyota-Händlerin Törber: "Wer nicht wirbt, ist tot", lautet das Credo, dafür nehmen die Autohäuser zwischen 5000 und 15 000 Euro in die Hand.

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