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Prügel für gestohlene Schlüssel

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Installation aus Schlüsseln
Installation aus Schlüsseln © dpa

Vor Gericht sagt Larissa aus, sie habe sich bedroht gefühlt und mit einem Messer neben dem Bett geschlafen. Sie war in dem Glauben, ein anderes Mädchen sei im Besitz ihres Wohnungsschlüssels. Als beide aufeinander trafen kam es dann zum handfesten Streit.

Sie schlief nächtelang mit einem Messer im Bett, fühlte sich bedroht und war wütend. Schließlich hat Larissa (Name geändert) Selbstjustiz geübt. Die 23-jährige Frankfurterin wird angeklagt, am 29. Januar 2009 eine andere junge Frau in Oberursel gegen die Scheibe einer Apotheke geschlagen zu haben. Danach soll sie auf das Opfer eingetreten haben, als es am Boden lag. Die junge Frau erlitt einen Nasenbeinbruch.

Die Altenpflegehelferin Larissa hatte eines Abends auf dem Heimweg ihren Schlüsselbund verloren, so glaubte sie. Einige Tage später wurde sie von einer Freundin angerufen. Die spielte ihr am Telefon ein Gespräch ab, das sie mit dem Handy aufgenommen hatte. Zu hören ist darin, wie ein Mädchen, mit dem Larissa seit einiger Zeit zerstritten war, bekannte, sie habe den Schlüsselbund. Sie wollte Larissas Freundin dazu anstiften, deren Wohnung auszuräumen und sprach davon, Larissa zu schlagen. In den folgenden Nächten hatte Larissa Angst: „Ich habe mit einem Messer im Bett geschlafen. Ich dachte immer, jemand könnte in die Wohnung kommen und mir etwas antun.“

Larissas Freundin lockte das Mädchen, das den Schlüsselbund gestohlen haben soll, unter einem Vorwand zu einer Apotheke in Oberursel. Dass Larissa mitkam, verschwieg sie. Als das Mädchen Larissa erkannte, soll es hysterisch reagiert haben. „Sie hat mir ins Gesicht gerotzt“, erzählt Larissa aufgeregt vor Gericht. „Ich war wütend und habe sie mit dem Gesicht an die Scheibe gedrückt“, erklärt sie. Es ging weiter mit Haare-ziehen und Schubsen. Als das Mädchen hingefallen war und auf dem Boden lag, soll es nach Larissa getreten haben. Diese berichtet, sie habe zurückgetreten. Das Opfer und eine andere Zeugin erschienen nicht zur Verhandlung. Der Prozess wird am kommenden Mittwoch fortgesetzt. ( prjh)

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