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Dem Prädikat geht die Luft aus

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Von: Andrea Herzig

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Neben dem Park geht es stop-and-go über die Promenade.
Neben dem Park geht es stop-and-go über die Promenade. © Michael Schick

Die Luftmessungen im Innenstadtbereich zeigen weiter ungünstige Ergebnisse fürs Kurklima.

Bad Homburg ist ein Kurort mit Prädikat. Das bedeutet in der Praxis, dass hier alles besonders gut sein muss, zum Beispiel auch die Luft im „Kurbezirk“, der in etwa den Innenstadtbereich rund um den Kurpark umfasst. Genau diese Luft, sei sie mit oder ohne Champagneranmutung, macht der Stadt nun Kummer. Nicht, dass sie für normale Standards schlecht wäre, aber eben auch nicht so gut wie es sich für Prädikats-Kurorte gehört.

Zwei Messungen haben dies ergeben, in einer Antwort auf eine Anfrage der CDU-Fraktion nimmt die Stadt umfassend zu dem Problem Stellung. Im Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt befassten sich deren Mitglieder mit den Luftmessungen und ihren möglichen Folgen.

Luft teilweise hoch belastet

Der Hintergrund: Der Deutsche Wetterdienst wurde 2007 von der Stadt beauftragt, die Luft zu untersuchen. Ein routinemäßiger Vorgang gemäß den Bestimmungen des Deutschen Heilbäderverbandes zur Bestätigung des Prädikats „Heilbad“. Dabei kam allerdings heraus, dass die Luft im Kurbezirk teilweise hoch belastet war, Grenzwerte bei „Grobstaub“ in der Luft und Stickstoffdioxid (NO2) waren knapp erreicht oder sogar überschritten. Weil die Luft insgesamt aber „gerade noch tolerierbar“, so die Vorlage, war, bestätigte der Wetterdienst das Heilbad-Prädikat „gerade noch“.

Im Winterhalbjahr sind die Belastungen höher als im Sommer. Im vergangenen Winter begannen nun neue Messungen, die Luft ist wieder nicht gut genug rund um den Kurpark. Zur Zeit sind die „lufthygienischen Voraussetzungen für eine Bestätigung als Heilbad nicht erfüllt“, schreibt der Wetterdienst im März 2013.

Die dicke Luft hat mehrere Ursachen. Zum einen die Kessellage des Kurbereichs und der Zustrom von NO2 aus dem Rhein-Main-Gebiet. Dieser habe, so vermutet der Wetterdienst, weiter zugenommen.

Regionale Umweltzone

Ein Faktor, auf den die Stadt kaum Einfluss nehmen kann, wie es in der Vorlage heißt. Um die Luftqualität zu sichern, soll über Initiativen wie die Einführung einer regionalen Umweltzone, Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Autobahnen A5 und A 661 sowie über den Ausbau des öffentlichen Schienennahverkehrs nachgedacht werden.

Auf anderem Gebiet kann die Stadt mehr tun und das hat sie in den vergangenen Jahren auch bereits getan: Heizungen sollen schadstoffärmer wärmen. Die Stadt fördert den Austausch von alten Heizungen, es gibt die Energieberatung und Initiativen zur Heizungsumstellung von Öl auf Gas auch bei großen Gebäuden.

Für eine weitere, gründliche Ursachenforschung hat die Stadt nun Kontakt zu einem Kölner Institut aufgenommen.

Gegenwärtig nicht diskutiert werden laut Stadtsprecher Andreas Möring frühere Pläne der Verwaltung. Im Spätsommer 2014 sollte probehalber eine andere Verkehrsführung auf der Kaiser-Friedrich-Promenade versucht werden, um den Verkehr am Kurpark zu entlasten.

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