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Porsche gegen Elektro-Fiat

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Schlappe 90000 Euro kostet das schicke Elektromobil.
Schlappe 90000 Euro kostet das schicke Elektromobil. © Pressestelle

Bad Homburgs OB Michael Korwisi und Stadtrat Vollrath-Kühne geben Vollgas. Im Auftrag eines Energieversorgers testen sie Elektroautos mit bis zu 288 PS und 220 Kilometern Spitzengeschwindigkeit.

Von Martina Propson-Hauck

Zwei Männer wie sie unterschiedlicher nicht sein können: der eine Porsche- und Rallyefahrer aus Passion, der andere schon aus weltanschaulichen Gründen noch nie in seinem Leben schneller als mit 130 Stundenkilometern im Auto unterwegs gewesen. Gemeinsam unternahmen beide am Wochenende eine Spritztour im Leihwagen. Nicht in irgendeinem. Denn unter 300 Pferdestärken geht bei dem einen gar nichts und der andere predigt seit seinem Amtsantritt Elektromobilität für den Autofahrer der Zukunft. Das könnte das Drehbuch für eine unterhaltsame Hollywoodkomödie sein. Doch auch das Bad Homburger Rathaus liefert gern filmreife Szenen.

Auto mit Spaßfaktor

Das Energieunternehmen Mainova stellt der Stadt gegenwärtig mehrere Elektrofahrzeuge zum Testen zur Verfügung. Am vergangenen Wochenende war es ein 288 PS starker Tesla Roadster (nicht zu verwechseln mit dem legendären Testosteronbomber Testarossa von Ferrari). Mit Elektromotor versteht sich. Schlappe 90000 Euro Anschaffungspreis.

„Das weltweit einzige Elektromobil, das man einfach so von der Stange kaufen kann“, schwärmt FDP-Stadtrat Peter Vollrath-Kühne, der Porschefahrer unserer Geschichte. Ja, er hatte seinen 400- PS-starken Porsche eigentlich längst schon verkauft, ist aber rückfällig geworden. Im Frühjahr war’s, die Winde lau, da wehten die guten Vorsätze dahin. „Abgerüstet“ hat er jetzt auf 320 PS – und ist auch nur zwei, drei kleinere Rennen in diesem Jahr gefahren. Die Spritztour nun im Elektromobil führte vom Rathaus zu den Kleintierzüchtern nach Ober-Erlenbach. Doch weil der Weg einfach nicht reichte, um den Andruck zu fühlen, den man in 4,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h verspürt, gab es noch einen kleinen Abstecher auf die Autobahn.

Der Stadtrat am Steuer, Oberbürgermeister Michael Korwisi daneben. Bibbernd , möchte man schreiben. Bestätigt er aber nicht. Äußerst gelassen berichtet er von der Testfahrt. Der Wagen aus dem kalifornischen Silicon Valley besitze durchaus einen „Spaßfaktor, den man mit ruhigem Gewissen genießen“ könne. Als Beifahrer blieb er angeblich auch noch ruhig, als der Stadtrat den Boliden auf 220 Kilometer beschleunigte. Er habe dem erfahrenen Piloten am Steuer einfach vertraut.

Für den Einsatz im städtischen Fuhrpark kommt der Wagen trotz der motorischen Vorlieben des Stadtrats nun aber doch nicht infrage. Dafür wird heute ein umgebauter Fiat mit Elektromotor für mehrere Monate in den Testbetrieb genommen, ein „Micro Fett 500“. Weitere Fahrzeuge mit umweltfreundlichem Antrieb sollen folgen. Dienstwagen des OBs ist ein Honda mit Hybrid-Antrieb, der zwischen Strom, und Benzin umschalten kann. In der Tiefgarage stehen zudem für kürzere Dienstfahrten der Mitarbeiter Elektroroller und Fahrräder mit Elektromotoren bereit.

„Elektroautos sind die Zukunft als Stadtfahrzeuge“, sagt Korwisi. Denn selbst das Kraftpaket aus Kalifornien schafft zwar eine rasante Spritztour, muss aber nach 290 Kilometern wieder für viele Stunden an die Steckdose.

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