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Motorradfahrer am Feldberg: Weniger Verstöße.

Hochtaunus

Polizei stoppt 197 Motorradfahrer am Feldberg

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Die zweite Testsperrung für Motorräder am Feldberg ist beendet. Dabei gab es weniger Verstöße als in der ersten Phase. Weitere Erkenntnisse lassen noch auf sich warten.

Während der zweiten Testsperrung für Motorradfahrer rund um den Großen Feldberg hat die Polizei weniger Verstöße registriert als bei der ersten Aktion im Mai. Hatten sich damals 250 Biker nicht an die Regeln gehalten, seien es nun exakt 197 gewesen, sagte Polizeisprecher Ingo Paul am Montag auf Anfrage dieser Zeitung.

Für einen der Betroffenen dürfte das Ganze besonders unangenehme Folgen haben – er wurde ohne Führerschein erwischt. Außerdem habe man drei Motorräder – und ein Auto – wegen verbotener Umbauten aus dem Verkehr gezogen, so der Polizeisprecher.

Während der beiden Testphasen waren die meisten Zufahrtsstrecken auf den Taunusgipfel jeweils neun Tage lang für Motorradfahrer gesperrt, darunter die L 3004 zwischen Oberursel und Schmitten, im Volksmund Kanonenstraße genannt.

Die zweite Sperrung war vom 7. bis 15. September erfolgt. Während die Polizei nach dem ersten Wochenende noch „keine besonderen Vorkommnisse“ vermeldet hatte, wurden nun am Samstag und Sonntag jeweils mehr als 50 Biker angehalten. Als naheliegende Erklärung führte Ingo Paul das deutlich bessere Wetter an. Seit dem gestrigen Montag können Motorradfahrer die Feldbergstrecken wieder uneingeschränkt befahren.

Mit Hilfe der Sperrungen wollen die Polizei und die Straßenverkehrsbehörde des Hochtaunuskreises Erkenntnisse gewinnen, wie die Zahl der Unfälle und der Lärm im Feldberggebiet verringert werden können.

Aussagen über mögliche Konsequenzen seien noch nicht möglich, sagte Kreissprecherin Andrea Herzig. Die Verkehrszählungen würden nun fortgesetzt, um einen Vergleich der Tage mit und ohne Sperrzeiten ziehen zu können. Das technische Know-how dafür stammt von der Landesverkehrsbehörde Hessen Mobil. Deren Fachleute haben Zählgeräte aufgestellt, die konstant über 24 Stunden hinweg alle Fahrzeuge erfassen. Zusätzlich zu den Verkehrszählungen werden Lärmmessungen durchgeführt. Die Ergebnisse der Datenerfassung stellt Hessen Mobil zusammen und gibt sie dann an den Hochtaunuskreis weiter.

Die Bewertung der Daten solle im Laufe des Winters und Frühjahrs 2020 erfolgen und an einem runden Tisch mit allen Beteiligten diskutiert werden, kündigt die Kreissprecherin an. Die Verantwortlichen von Kreis und Polizei haben immer wieder versichert, dass die Versuchssperrungen ergebnisoffen erfolgen. Motorradverbände hingegen befürchten eine Vorentscheidung für eine dauerhafte Sperrung des Feldberggebiets. Für diesen Fall haben sie bereits juristische Schritte angekündigt.

Die Versuchssperrungen im Feldberggebiet haben eine längere Vorgeschichte. Mit Geschwindigkeitsbegrenzungen und zusätzlichen Verkehrskontrollen hatten die Behörden bereits in den vergangenen Jahren versucht, Unfälle und Lärm zu reduzieren. Auch Parkplätze, die bei Bikern besonders beliebt waren, wurden gesperrt.

Doch ein durchschlagender Erfolg blieb aus. So war die Zahl der Motorradunfälle im vergangenen Jahr wieder von 29 auf 44 angestiegen. Als besonderer Unfallschwerpunkt gilt die berühmt-berüchtigte Applauskurve zwischen Oberursel und dem Sandplacken mit allein 17 Unfällen.

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