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Politiker zu sein, ist nicht einfach

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Von: Miriam Keilbach

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Internationale Ausrichtung: Schüler der Humboldtschule nehmen an internationalen Planspielen und einem Schüleraustausch teil.
Internationale Ausrichtung: Schüler der Humboldtschule nehmen an internationalen Planspielen und einem Schüleraustausch teil. © M. Weis

Die Humboldtschule nimmt ihre Bezeichnung als Unesco-Projektschule ernst. Zehn Schüler nahmen am Planspiel Model United Nations in Frankfurt teil. Sie spielten Delegierte von verschiedenen Ländern, debattierten und verabschiedeten Resolutionen.

Wir sind eine Unesco-Schule. Es ist uns wichtig, dass sich Schüler außerhalb des Unterrichts in Projekten bewegen und Politik erleben“, sagt die Schulleiterin der Humboldtschule, Ursula Balser. Und so nahmen in der vergangenen Woche zehn Schüler der elften und zwölften Klasse am englischsprachigen Planspiel Model United Nations in Frankfurt teil. Für 2014 ist das Ziel das Planspiel in New York, am Originalschauplatz.

„Politiker zu sein, ist nicht einfach“, sagt Kay Sauer. Der Schüler saß als Delegierter von Butan in der Generalversammlung, die über die Ressourcenverteilung der Arktis sprach. „Einen Konsens zu finden, dauert und man hat doch oft ein eingeschränktes Bild“, sagt er. Dem schließt sich Mitschülerin Caroline Tiefenbach an. „Ich weiß jetzt, warum politische Entscheidungen so lange dauern.“

Die Schüler, die sich freiwillig zu dem Planspiel meldeten, saßen in unterschiedlichen Gremien der UN: Generalversammlung, Sicherheitsrat und Menschenrechtsrat. Sie bekamen ein Land zugewiesen, dessen Interessen sie vertreten sollten. Im Vorfeld recherchierten die Schüler über die Länder: Wer sind Feinde? Wer sind Verbündete? „Man findet sich sehr schnell in die Rolle rein“, sagt Hannah Tyler. „Der Delegierte des Iran hat etwa den Raum verlassen, wenn der aus Israel geredet hat“, sagt Kay Sauer.

Bianca Gerst saß im Menschenrechtsrat. „Wir haben über Menschenhandel debattiert, ich habe sogar eine Rede gehalten“, sagt die 16-Jährige, die Delegierte von Botswana war. Die Zeit war allerdings kurz: Zu den zweiten Themen auf der Agenda, im Menschenrechtsrat gezielte Tötung und in der Generalversammlung Piraterie, konnten die Gruppen keine Resolution verabschieden.

Neue Denkweisen finden

„Ich bin jetzt offener für politische Vorgänge“, sagt der spanische Delegierte Philipp Hagemann. Und Theresa Bub, die Ghana vertrat, hat gelernt, dass die afrikanische Union es schwer hat, ihre Meinung durchzubringen. Hannah Tyler sagt: „Resolutionen verabschiedet man am schnellsten direkt vor dem Mittagessen, wenn alle Hunger haben.“ Sie vertrat den Zwergenstaat St. Vincent und die Grenadinen.

„Wir sollten neue Denkweisen finden, und nicht immer nur aus deutscher Sicht denken“, resümiert Sophia Westermann. „Frieden auf der Welt herzustellen, ist nicht so einfach wie man denkt.“

Auf die globale Ausrichtung ihrer Schule ist Balser stolz. In der kommenden Woche brechen 15 Schüler in die USA zu einem dreiwöchigen Austausch auf. „Wir halten Referate über Bräuche und Feste, um Vorurteile abzubauen“, sagt Schülerin Tara Azem.

In einem Jahr sollen die Schüler zu den Model United Nations nach New York reisen. „Eine Schule vertritt in den verschiedenen Gremien ein Land, da kommen 3500 Schüler direkt bei der UN vor Ort zusammen“, sagt Jennifer Wiebers, Mutter von drei Schülern und Organisatorin. Sie möchte den Aufenthalt beim Planspiel mit einem Austausch verbinden. „Damit die Schüler sich zusammen vorbereiten können.“

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