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"Pflegekräfte sind so knapp wie Ärzte"

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Auszubildende der Krankenpflegeschule in Bad Homburg.
Auszubildende der Krankenpflegeschule in Bad Homburg. © FR/Oeser

Die Krankenhäuser suchen dringend Pflegekräfte. Deshalb bietet das Bildungsinstitut für Gesundheit in Bad Homburg eine neue Ausbildung an. Von Martina Propson-Hauck

Von Martina Propson-Hauck

"Pflegekräfte sind so knapp wie Ärzte", sagt die Geschäftsführerin der Hochtaunuskliniken, Julia Hefty. "Es wird immer schwieriger, Pflegepersonal zu finden", bestätigt auch Landrat Ulrich Krebs. Deshalb investieren die Kliniken schon jetzt in die eigene Pflege- Zukunft.

Das Bildungsinstitut für Gesundheit und Pflege bietet ab August einen neuen Ausbildungsgang an, bei dem auch Jugendliche mit Hauptschulabschluss sich als Krankenpflegehelfer ausbilden lassen können. Im Anschluss daran können sie die reguläre Ausbildung als Krankenpfleger machen, die sonst nur Realschulabsolventen vorbehalten bleibt.

Viele der angehenden Krankenpflegerinnen und -pfleger kommen aus Thüringen und dem Westerwald nach Bad Homburg zur Ausbildung, obwohl es in Hessen 50 Krankenpflegeschulen gibt. "Mundpropaganda" führen die Dozentinnen als Grund dafür an.

Der ganz große Run auf die Bad Homburger Ausbildungsplätze hat allerdings spürbar nachgelassen: Gab es früher mindestens 400 Bewerberinnen und Bewerber für die 25 Ausbildungsplätze pro Jahr, sind es mittlerweile nur noch 160. Diejenigen, die die Ausbildung erfolgreich abschließen, werden anschließend sehr gern von den Kliniklen in Bad Homburg und Usingen, aber auch überall sonst in Deutschland übernommen.

Die 1912 gegründete Bad Homburger Krankenpflegeschule ist eine der ältesten in Deutschland. Jetzt ist sie vom bisherigen Klinikgelände in die Siemensstraße umgezogen und hat ihre Räume auf 600 Quadratmeter verdoppelt. 95 Ausbildungsplätze gibt es ab Herbst hier, 67 angehende Krankenpflegerinnen und -pfleger werden gegenwärtig unterrichtet. Dabei sind Männer, die den Pflegeberuf wählen, mit nur 12 Schülern immer noch unterrepräsentiert.

Eine Computertafel hat Einzug gehalten und die angehenden Pflegekräfte können an der Patientenpuppe "Frau Bartz" üben, wie man eine Magensonde legt oder Injektionen verabreicht. Die Ausbildung zur Krankenpflege ist nach Auskunft von Schulleiterin Jutta Rümann-Heller "sehr schwer", denn harte Praxis verbindet sich mit viel Theorie.

Auch müssen die 16- bis 20-Jährigen, die hier ausgebildet werden, körperlich topfit sein. In einem Unterrichtsraum legen sie sich gegenseitig flach. Das sieht aus wie eine Nahkampfausbildung, dient aber dazu, ohnmächtig werdende Patienten so hinzulegen, dass man den eigenen Rücken nicht überstrapaziert.

Die Krankenpflegeschule soll auch langfristig in dem Bürobau an der Siemensstraße bleiben und keine eigenen Räume im neuen Krankenhaus erhalten. Das Bildungsinstitut organisiert auch die zentrale innerbetriebliche Fortbildung für das Pflegepersonal, die Ärzte und die Verwaltung der Hochtaunuskliniken.

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