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Pflaster muss schon wieder raus

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Von: Jürgen Streicher

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Der Oberurseler Marktplatz.
Der Oberurseler Marktplatz. © FR/Müller

Nach zehn Jahren ist der Straßenbelag am Oberurseler Marktplatz schon wieder reif für einen Austausch. Dabei war die Sanierung damals millionenschwer. Von Jürgen Streicher

Auf bayerischen Marktplätzen ließen sich Bürgermeister und Stadträte bei der Pflastersuche für den historischen Marktplatz inspirieren. Für Blaubasalt haben sie sich entschieden, damit es schön historisch aussieht. Und gerade mal zehn Jahre später könnte auch der schon wieder historisch sein. Denn der aktuelle Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) spricht von zum Teil "katastrophalen Verhältnissen" im Marktplatzumfeld.

"Dringend notwendig" sei ein Austausch des Pflasters etwa im Abschnitt zwischen Rahmtor und Füllerstraße. Dort würden sich Steine immer wieder lockern und seien zum Teil auch schon kaputt. Nur zehn Jahre nach der millionenschweren Sanierung. Dies teilte Brum dem Bauausschuss in einem Zwischenbericht zum Thema Attraktivierung des Marktplatzes mit. Der Austausch des Pflasters - einheitlicher Asphaltbelag mit leiser Oberfläche statt Pflastersteinen aus Blaubasalt - würde vom Marktplatz bis zur Füllerstraße rund 110.000 Euro kosten.

Der Belagcheck gehörte zum Prüfauftrag der Stadtverordneten, denn immer wieder gibt es Klagen über den Lärm, den Autos verursachen, wenn sie über das historische Pflaster rollen. Das fällt den Anwohnern vor allem in den Nachtstunden auf und wenn die Stadtbusse vorbei rauschen. Asphaltbelag mache die Verkehrsgeräusche leiser, verführe aber zum schnelleren Fahren, befürchtet Brum. Daher soll bei Neuplanungen für den Marktplatz auch diskutiert werden, ob er ab 22 Uhr nur für den Anwohnerverkehr freigegeben wird und ob die Stadtbusse auf einem anderen Kurs gelenkt werden können.

Die immer wieder geforderte Begradigung des schiefen Marktplatzes könne, so Brum, erst nach dem Hessentag 2011 umgesetzt werden. Nach ersten Kostenschätzungen würde das etwa 1,2 Millionen Euro kosten. Brum schlägt vor, "in eine andere Richtung zu denken" und zur besseren Begehbarkeit "terrassenartige Elemente" auf den Marktplatz zu bringen, die bei großem Menschenandrang, etwa beim Brunnenfest, auch wieder verändert werden könnten.

Die Zukunftschancen des Marktplatzes sieht Brum in Kultur und Gastronomie. Kultur im Umfeld mit Stadtbücherei, Vortaunusmuseum und Musikschule, gastronomische Aufwertung durch eine erweiterte Außenbewirtschaftung in Höhe des "Malerwinkels" am St.-Ursula-Brunnen. Dort könne eine mobile Schankstation errichtet werden. Es gebe inzwischen auch "sehr schöne Container-Lösungen", sagte Brum.

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