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Pflanzen statt Lebensmittel

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So stellt sich Pflanzen Mauk die Fassade seines riesigen gläsernen Gewächshauses An den Drei Hasen vor.
So stellt sich Pflanzen Mauk die Fassade seines riesigen gläsernen Gewächshauses An den Drei Hasen vor. © Mauk

Der Bebauungsplan für die Drei-Hasen-Ecke ebnet den Weg für einen süddeutschen Investor. Das Unternehmen Mauk will dort ein Gartenmarkt-Zentrum bauen.

Von Jürgen Streicher

Das Gewerbegebiet Drei Hasen bekommt an der Homburger Landstraße ein riesiges Gewächshaus mit großen Glasfassaden. So stellen sich die Planer der Firma Pflanzen Mauk die äußere Hülle des Gartenmarkt-Zentrums vor, das auf dem Eckgrundstück vor dem Messko-Kreisel und der Zufahrt zum Toom-Baumarkt entstehen soll. Das Gartencenter wird voraussichtlich aus vier Gebäudeteilen bestehen, so sieht es der bereits vor einem Jahr vorgestellte Entwurf vor.

Die Stadt hat nun die planerischen Voraussetzungen für das Projekt geschaffen. Der Bebauungsplan Nr. 229 liegt jetzt als Satzungsbeschluss vor, genau definiert wird darin das „Sondergebiet Gartencenter“. Der Bauausschuss hat der Beschlussvorlage des Magistrats gestern Abend zugestimmt, das Stadtparlament muss die Entscheidung noch am 22. November bestätigen. Verkauft wurde das rund 15.000 Quadratmeter große Filetstück vor ziemlich genau einem Jahr, dem Vernehmen nach sind 3,5 Millionen Euro in die Stadtkasse geflossen.

Erfolg nach Verlustgeschäft

Für die Stadt markierte das Geschäft das Ende einer Leidensgeschichte. Denn schon sieben Jahre zuvor war ein Kaufvertrag mit dem Rewe-Konzern und seinem Ableger Toom geschlossen worden. Es wäre ein gutes Geschäft gewesen, 500.000 Euro Anzahlung waren bereits eingegangen, doch die Stadt musste es mit Verlust rückabwickeln.

Entstehen sollte ein Toom-SB-Warenhaus mit Lebensmittelmarkt und kleineren Geschäften, in direkter Nachbarschaft zum Toom-Baumarkt. Doch der Planungsverband maß den Bad Homburger Gegenargumenten mehr Gewicht zu als den Oberurseler Pro-Argumenten. Die Nachbarstadt hatte mit einer Klage gedroht, wenn die Umwandlung von Gewerbegebiet in Sondergebiet Einzelhandel genehmigt würde. Nun also „Sondergebiet Gartencenter“, mit Pflanzen Mauk als Investor.

Das Unternehmen betreibt sechs ähnliche Gartenmärkte in Baden-Württemberg und will nun im hessischen Markt einsteigen. Mit Kalt- und Warmhaus für unterschiedliche Pflanzentypen, und mit sogenanntem Open-Sky-Bereich auf 6000 Quadratmeter Verkaufsfläche, mit Lagergebäude und etwa 220 Parkplätzen an der Straße An den drei Hasen. Und mit Terrassen-Restaurant im Obergeschoss. Dies war ein Wunsch der Stadt, da das Gewerbegebiet weiterentwickelt werden soll und neue Firmen Wert auf gastronomische Infrastruktur legten, so Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD).

Die geplante Partnerschaft mit dem örtlichen Einzelhandel wurde auf dem Filetstück nicht verwirklicht. Als gemischtes Doppel wollten Mauk und der Spezialist für Gartenmöbel und Gartengeräte, das Familienunternehmen Alberti, auftreten, bis der Konzern den Grundstücksdeal platzen ließ, um alleine den Markt abzuschöpfen.

Das wird er voraussichtlich ab Frühjahr 2014, denn der geplante Baubeginn noch in diesem Jahr steht nicht bevor. Erst muss die alte Tankstelle an der Homburger Landstraße abgerissen werden, der Antrag dazu liegt bei der Stadtplanung vor. Ebenso der Bauantrag, beschieden seien beide noch nicht, so Stadtplanungschef Arnold Richter, der das aus seiner Sicht „unaufgeregte“ Projekt begleitet. Stadt und Investor seien sich in allen wesentlichen Punkten einig, die Rodungsarbeiten auf dem Grundstück könnten umgehend beginnen.

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