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Das Rebhuhn (Perdix perdix) steht auf der roten Liste.
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Das Rebhuhn (Perdix perdix) steht auf der roten Liste.

Perdix ist fast perdu

Neu-Anspach Kreis will Rebhühner mit neuen Grasverstecken retten

Von Klaus Nissen

Die Jäger, die frei laufenden Hunde, die Autos haben ganze Arbeit geleistet: Rebhühner sind im Hochtaunuskreis fast ausgerottet. Der Vogel des Jahres 1991 hat sehr viele Feinde. In Deutschland gibt es nach einer Schätzung des Naturschutzbundes (Nabu) höchstens noch 50000 Brutpaare des Hühnervogels Perdix Perdix. Im Hochtaunus leben nur noch besorgniserregend wenige Exemplare, beklagt der Kreisbeigeordnete und Umweltdezernent Uwe Kraft. Es sei absolut notwendig, etwas für diese Tierart zu tun.

Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises, das Amt für den ländlichen Raum und einige Landwirte aus Neu-Anspach haben deshalb Ruhezonen für die letzten Rebhühner angelegt. Im Herbst ließen sie auf einigen Getreideäckern zwei Meter breite „Nacherntestreifen“ ungemäht. Unter den hohen Halmen finden die Vögel im Winter mehr Schutz und Nahrung, erklärt der Wildbiologe Dieter Selzer von der Unteren Naturschutzbehörde. Man wolle hier Stress-Situationen für die Rebhühner minimieren. Jede Flucht der Tiere koste sie enorm viel Energie. Selzer appelliert deshalb an die Hundebesitzer, ihre Vierbeiner nicht unkontrolliert über die Felder laufen zu lassen.

Die ungemähten Ackerstreifen sollen nur ein erster Schritt sein. Laut Umweltdezernent Kraft wollen die Neu-Anspacher Landwirte Rühl und Staehr Ackerstücke mit Blühpflanzen anlegen, in denen sich die Rebhühner gut verstecken können. Rebhühner werden laut Nabu bis zu 470 Gramm schwer. Sie werden bis heute bejagt, weil man ihr Fleisch gut essen kann. Die braungrau gefiederten, bis zu 30 Zentimeter großen Tiere ducken sich, um nicht entdeckt zu werden. Wenn ihnen jemand zu nahe kommt, fliegen sie auf und gleiten knapp über dem Boden davon. Wenn überhaupt, hört man die Revierrufe von Rebhuhn-Männchen am ehesten in der Neu-Anspacher Flur. Das schnarrende „girrhäk“ ist in der Morgen- und Abenddämmerung zu vernehmen.

Kein einziges Rebhuhn wurde bei der Vogelzählung dieses Sommers im Hochtaunus gesichtet. In 104 Gärten waren laut Nabu die Kohlmeisen mit 555 Exemplaren am häufigsten, gefolgt von Amseln, Blaumeisen, Haussperlingen und Buchfinken.

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