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Party ja, Ärger nein

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Von: Jürgen Streicher

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Feiern im "Alt-Orschel" - beim Brunnenfest geht's rund, aber friedlich.
Feiern im "Alt-Orschel" - beim Brunnenfest geht's rund, aber friedlich. © FR/Schick

Keine Schlägerei, nur wenige Alkoholleichen: Das Brunnenfest 2010 geht als besonders friedlich in die Geschichte ein. Von Jürgen Streicher

Nicht einmal die Formulierung "die üblichen Schlägereien und Scharmützel halt" kommt Polizeichef Ernst-Peter Wirth beim Rückblick auf das 32. Brunnenfest so richtig über die Lippen. Trotz steigender Besucherzahl gegenüber dem vergangenen Jahr sei das Wochenende "sehr friedlich" verlaufen. "Wir sind sehr offensiv auf die Leute zugegangen, haben stark auf Prävention gesetzt", so Wirth. Unterstützung hat die örtliche Polizei von allen Dienststellen im Hochtaunuskreis bekommen, im Polizeibericht vom Wochenende findet sich keine negative Schlagzeile, die mit dem größten Open-Air-Gelage im Jahreslauf zusammenhängt.

Vor allem auf junge Menschen zugegangen ist die "Integrative Jugendschutzstreife", wie Wirth die vierköpfige Gruppe nennt, die in Zivil unterwegs war. Alkoholprävention war deren Zielrichtung, Jugendliche vor dem gefürchteten Komasaufen zu bewahren. "Das kam gut an", versichert Wirth, den Brennpunkt hintere Bleiche habe es nicht so gegeben wie in manchen Vorjahren. "Die Burgmauer hat sich erledigt", glaubt auch der Brunnenfestausschussvorsitzende Bernard Rehmer.

Der Polizeicontainer dort habe stark zur Beruhigung der Szene beigetragen, so Rehmer. Etwas mehr erhofft hatte er sich wie der Polizeichef von der Aktion "Stay Gold", einer Kampagne der Polizei. Bleib cool, trink weniger, es geht auch ohne Alkohol, soll dabei vermittelt werden, ein kleiner Kampf gegen das Komasaufen unter Jugendlichen. "Werbung und Vermarktung der Aktion sind noch nicht optimal gelaufen", sagte Wirth gestern. "Es hätte besser sein können."

Der Vereinsring als Kooperationspartner der Polizei hatte 1000 Euro zur Verfügung gestellt, um 1000 Getränkebons für alkoholfreie Getränke an Jugendliche auszugeben. Bei einem knappen Dutzend Festständen, darunter Brauhaus, Karnevalverein Frohsinn, Rotarier und Gymnasium, konnten die Bons eingelöst werden. Ausgegeben wurden sie am Hessentagswerbestand der Stadt auf dem Marktplatz und im Café Portstraße. Laut Bernard Rehmer wurden knapp 200 Bons für Freidrinks verteilt.

Neben der stärkeren Polizeipräsenz, auch durch freiwillige Polizeihelfer, sollen die verkürzten Feierzeiten zum insgesamt ruhigeren Fest beigetragen haben. So sehen das Polizei und Veranstalter. Am Freitag und Samstag war um 1 Uhr Ausschankende, am Sonntag und Montag bereits um Mitternacht. Die Musik musste jeweils eine Stunde vor den Zapfhähnen abgedreht werden. Vereinsring und Ortspolizei haben das nach Klagen von Anwohnern in den vergangenen Jahren strikt kontrolliert. Denn "das Problem sind die, die nach Feierabend nicht von der Straße verschwinden", so Wirth.

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