Hochtaunus

Parteien werben für Menschenkette gegen neuen Frankfurter Stadtteil

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Ein breites Bündnis von CDU bis Linke unterstützt die Aktion unter dem Motto „Grün statt Grau - kein Klima-Gau!“ . Die SPD macht jedoch nicht mit.

Dass CDU und Linke gemeinsame Sache machen, kommt auch in Oberursel nur äußerst selten vor. Wenn es um die Pläne für den neuen Frankfurter Stadtteil geht, sind sich die Vertreter beider Parteien jedoch einig. Zusammen mit 22 anderen Verbänden und Parteigliederungen rufen sie die Bürger in der Rhein-Main-Region auf, sich am kommenden Sonntag, 15. September, an der geplanten Menschenkette unter dem Motto „Grün statt Grau - kein Klima-Gau!“ zu beteiligen.

Seit 20 Jahren sei er in der Kommunalpolitik, doch an ein so breites Parteien-Bündnis könne er sich nicht erinnern, sagt Oberursels CDU-Fraktionschef Jens Uhlig. Steinbachs Erster Stadtrat Lars Knobloch (FDP) spricht sogar von einem „Leuchtturmprojekt für kommunale Zusammenarbeit und Bürgerbeteiligung“. Auch Vertreter der Grünen aus beiden Kommunen und die Oberurseler Bürgergemeinschaft (OBG) haben den Aufruf unterzeichnet. Und selbst aus Frankfurt beteiligen sich mehrere CDU-Verbände und die Freien Wähler aus dem Ortsbeirat 8.

Wer fehlt, sind die Sozialdemokraten. Sowohl die Genossen aus Oberursel als auch aus Steinbach haben sich gegen eine Teilnahme an der Menschenkette entschieden. Beide verweisen auf die Position der Bürgerinitiative „Heimatboden vor Frankfurt“, den Initiatoren der Menschenkette. Die Gruppe wende sich gegen das gesamte Neubaugebiet, das im Nordwesten Frankfurts entstehen soll, sagt Oberursels SPD-Vorsitzende Antje Runge. Das gehe ihrer Partei jedoch zu weit, gerade mit Blick auf die „Explosion von Wohnkosten, die viele Oberurseler und Bürger des Rhein-Main-Gebiets nicht mehr tragen können“.

Der neue Stadtteil soll dicht an Steinbach und Oberursel heranrücken.

Niemand könne seine Augen davor verschließen, „dass Frankfurt neuen Wohnraum benötigt“, ergänzt der Steinbacher SPD-Vorsitzende Moritz Kletzka. „Deshalb hat die SPD Steinbach keine Einwände gegen eine Bebauung östlich der A 5.“

Allerdings bleibe man dabei, dass westlich der Autobahn keine neuen Häuser entstehen sollen, betonen sowohl Kletzka wie Runge. Sie erinnern daran, dass auch in den Resolutionen, die in den Parlamenten von Oberursel und Steinbach zu dem neuen Frankfurter Stadtteil beschlossen worden sind, lediglich von dem Areal westlich der A5 die Rede ist.

Ziel der Stadt Frankfurt ist es, beidseits der Autobahn A5 einen neuen Stadtteil für bis zu 30 000 Menschen zu bauen. Da das dafür avisierte Gebiet direkt an Steinbach und den Oberurseler Stadtteil Weißkirchen grenzt, ist in den beiden Orten der Widerstand dagegen groß.

In Weißkirchen hat sich die Bürgerinitiative „Heimatboden vor Frankfurt“ gebildet, die bereits 16 000 Unterschriften für eine Online-Petition gesammelt hat. Nun hoffe man, dass sich am Sonntag mindestens 3000 Teilnehmer an der geplanten Menschenkette beteiligen, sagt einer der Sprecher der Initiative, Karl Josef Rühl. Ziel ist es, eine 3,2 Kilometer lange Kette von Weißkirchen bis in die Nordweststadt zu bilden. Los gehen soll es um 14 Uhr. Treffpunkte sind unter anderem der Breite Weg zwischen Steinbach und Weißkirchen sowie die Mosaikschule in der Frankfurter Nordweststadt. Bis 14.45 Uhr soll die Kette stehen.

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