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Andreas Becker (48) ist seit zehn Jahren Fraktionsvorsitzender der CDU.

Kronberg

Parteien in Kronberg nominieren Bürgermeister-Bewerber

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Die Wahl in Kronberg ist zwar erst im nächsten Juni, doch es gibt bereits drei Kandidaten. Amtsinhaber Klaus Temmen tritt nicht noch einmal an.

Die Wahl um die Nachfolge von Kronbergs Rathauschef Klaus Temmen (parteilos) ist zwar erst am 7. Juni 2020. Doch schon jetzt gibt es drei Interessenten, die sich um den Bürgermeisterposten in der Taunus-Kommune bewerben. Und auch die meisten Parteien haben bereits ihre Präferenzen deutlich gemacht.

Wobei der SPD-Fraktionsvorsitzende Christoph König, der als unabhängiger Einzelbewerber antritt, nicht nur von seinen Genossen unterstützt wird, sondern auch von den Grünen und der Unabhängigen Bürgergemeinschaft (UBG). Die CDU schickt mit Andreas Becker ebenfalls einen erfahrenen Lokalpolitiker ins Rennen. Der 48-Jährige ist seit 1993 Mitglied im Stadtparlament, zehn Jahre lang leitet er bereits die CDU-Fraktion.

Am Dienstagabend hat nun auch die FDP mit Kristina Fröhlich eine eigene Bewerberin nominiert. Die Unternehmerin und Stadtverordnete möchte für „frischen Wind in den Rathausmauern“ sorgen. Im Gegensatz zu König und Becker ist Fröhlich nicht in Kronberg oder einem seiner Stadtteile aufgewachsen, sondern lebt erst seit zehn Jahren in der 19 000-Einwohner-Kommune. Darüber hinaus wäre sie die erste Frau auf dem Chefsessel im Rathaus.

Kristina Fröhlich (46, FDP) wäre die erste Frau auf dem Chefsessel im Kronberger Rathaus. 

Noch haben sie und ihre beiden männlichen Konkurrenten genug Zeit, sich und ihre Themen den Bürgern nahezubringen. Erste inhaltliche Pflöcke haben sie aber bereits eingeschlagen. „Wir brauchen eine solidarische Gesellschaft“, sagt Christoph König. Dazu gehört für den 53-Jährigen der Einsatz für mehr bezahlbaren Wohnraum. Um den zu schaffen, möchte er die jüngst ins Leben gerufene städtische Wohnungsbaugesellschaft „mit Leben füllen“.

Für die neue Gesellschaft hatte im Parlament auch die FDP gestimmt. Es gehe um „Wohnraum für alle Kronberger“, betont Kristina Fröhlich. Wichtig sei aber eine „Balance zwischen der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und der Erhaltung des Stadtbildes“. Wenn es ums Wohnen geht, setzt Andreas Becker auf ein „Einheimischen-Modell“. Danach sollen Menschen, die sich in Kronberg ehrenamtlich engagieren, bei der Vergabe von Wohnungen oder Baugrundstücken bevorzugt werden. Die städtische Wohnungsgesellschaft hatte die CDU abgelehnt.

In Sachen Finanzen möchte Becker Bürger und Gewerbe entlasten. Außerdem will er die Digitalisierung in der Verwaltung vorantreiben und für attraktivere Spielplätze und sichere Schulwege sorgen.

Kristina Fröhlich fordert allgemein eine „solide und zukunftsfähige Haushaltsplanung“, möchte aber auch mit sozialen Themen punkten. Als Mutter von drei Kindern seien ihr die Bedürfnisse von Familien in Kronberg wichtig, deswegen werde sie sich weiter dafür einsetzen, bessere Bedingungen für Erzieherinnen und Erzieher zu schaffen.

Christoph König (53) ist Fraktionschef der SPD, tritt aber als unabhängiger Bewerber an.  

Christoph König wiederum möchte die Bürger stärker in die städtischen Planungen einbeziehen. Dafür eigne sich der Umbau des Bahnhofsumfelds besonders gut, findet er. Das Projekt werde die Politik in den kommenden beiden Jahren noch intensiv beschäftigen. „Das ruft geradezu nach einer Öffentlichkeitsbeteiligung.“

Dass König antritt, liegt auch am freiwilligen Rückzug von Klaus Temmen. In den vergangenen beiden Wahlkämpfen hatte die SPD den Amtsinhaber unterstützt. Dass er im kommenden Jahr nicht noch einmal antreten möchte, hatte Temmen mit seiner „persönlichen Lebensplanung“ und der großen zeitlichen Belastung des Bürgermeister-Postens begründet. Darüber hinaus vermisse er zunehmend ein konstruktives Miteinander zwischen Politik und Verwaltung.

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