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Parlamentarier treten kürzer

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Als "Forum" war der geplante Sitzungssaal für die Bad Homburger Stadtverordneten in Form eines Anbaus an der ehemaligen Bundeswertpapierverwaltung schon fest in den Plänen für das neu zu gestaltenden Bahnhofsumfeld eingezeichnet. Doch der Bauausschuss schlägt nun vor, darauf zu verzichten.
Als "Forum" war der geplante Sitzungssaal für die Bad Homburger Stadtverordneten in Form eines Anbaus an der ehemaligen Bundeswertpapierverwaltung schon fest in den Plänen für das neu zu gestaltenden Bahnhofsumfeld eingezeichnet. Doch der Bauausschuss schlägt nun vor, darauf zu verzichten. © Monika Müller

Der Bauausschuss folgt einstimmig einem FDP-Vorschlag: Zehn Millionen Euro für den Neubau eines Sitzungssaals an der Bundeswertpapierverwaltung sollen eingespart werden. Von Martina Propson-Hauck

Von Martina Propson-Hauck

Das Kind hatte bereits einen klangvollen Namen: Als "Forum" war der geplante Sitzungssaal für die Stadtverordneten in Form eines neuen Anbaus an der ehemaligen Bundeswertpapierverwaltung schon fest in den Plänen für das neu zu gestaltenden Bahnhofsumfeld eingezeichnet.

Das Forum, so erinnert man sich dunkel, war im Römischen Reich das Zentrum des politischen Lebens. Das Forum Romanum - das sei nur am Rande erwähnt - wurde auf einem ehemaligen Sumpf errichtet, der nur durch den Bau der "Cloaca Maxima" ausgetrocknet werden konnte.

Doch an besagter Stelle in Bad Homburg gibt es keinen Sumpf. Wohl aber lauter Politiker, die sparsam mit den ihnen anvertrauten Steuern umgehen wollen. Die Mitglieder des Bauausschusses jedenfalls folgten jetzt einstimmig einem Sparvorschlag der FDP. "Man kann nicht alle anderen zum Sparen aufrufen und sich dann selbst einen Tempel bauen", kritisiert Dirk Roesemann, der Fraktionsvorsitzende der FDP. Zehn Millionen Euro hätte der Tempel der Stadtdemokratie Schätzungen zufolge kosten sollen. Die Wirtschafts- und Finanzkrise ist sicher kein so günstiger Zeitpunkt Tempel zu errichten.

Zehn Millionen Euro sind wirklich zu viel, befanden die Ausschussmitglieder nun, die sich nicht dem Vorwurf aussetzen wollen, für die in der Regel einmal im Monat stattfindenden Stadtverordnetenversammlungen so tief in die städtische Kasse zu greifen. Die Verwaltung soll jetzt erst einmal prüfen, ob sich die Parlamentarier nicht auch in dem geplanten Ausstellungsraum unterm Dach des bald neugestalteten Bahnhofs versammeln können. Der Raum soll Platz für 300 Personen bieten und wäre ausreichend stilvoll. Nur die ebenfalls geplanten Räume für die Fraktionen wären dort nicht unterzubringen.

Bislang tagen die Parlamentarier abwechselnd im Kurhaus und in den Bürgerhäusern der Stadtteile, weil es im Rathaus keinen ausreichend großen Sitzungssaal für die 49 Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung plus Magistrat, Verwaltungsmitarbeiter, Presse und Zuschauer gibt. (prop)

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