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Pachtland mit Salat und Sellerie

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Von: Olaf Velte

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Am Lindenhof bei Ober-Eschbach beginnt das Gemüse-Projekt „Beet it!“. Sabine und Eckhard Rieß vom Lindenhof haben ein 3000 Quadratmeter großes Ackerstück auserkoren, auf dem zukünftige Gemüsegärtner nach Herzenslust wirtschaften können.

Werden die Zeiten schlechter, ist auch die Selbstversorgung wieder eine Option. Nur wenige werden jedoch Platz zur Ferkel-Aufzucht bereitstellen können. Auch das eigene Gemüsebeet steht nicht jedermann zur Verfügung. Abhilfe schafft Rüdiger Mark aus Friedrichsdorf. Gemeinsam mit den Betreibern des bei Ober-Eschbach gelegenen Lindenhofes hat er das Projekt „Beet it!“ ins Leben gerufen.

Mit Fleisch und Wurst hat das Ganze nichts zu tun – die gibt es aus eigener Herstellung im Hofladen des zu Beginn der 1960er Jahre gegründeten Aussiedlungsgehöftes. Ab dem Frühjahr steht Gemüse in allen Variationen im Mittelpunkt des kreisweit einmaligen Pflanz- und Erntevorhabens. Sabine und Eckhard Rieß vom Lindenhof haben ein 3000 Quadratmeter großes Ackerstück auserkoren, auf dem zukünftige Gemüsegärtner nach Herzenslust wirtschaften können.

Wer eine Parzelle für die Saison 2013 pachtet, wird nach Kräften unterstützt. „Wir bereiten alles Notwendige vor“, sagt Initiator Rüdiger Mark, der das vor Jahrzehnten in Österreich erstmals praktizierte Selbst-Ernten in hiesigen Breitengraden etablieren möchte. Zu den Übergabeterminen im ausgehenden April ist der hochwertige Ober-Eschbacher Boden bereits eingesät und bepflanzt. „Pflege und Ernte“, so Sabine Rieß, „liegen dann in den Händen der Nutzer“. Einige Anmeldungen kann Volkswirt Mark bereits verzeichnen: „Zu den Interessenten zählen Familien aus Bad Homburg und Oberursel.“

Willkommen sind auch Anfänger in Sachen Gartenkultur. Jede Woche ist eine Beratungsstunde angesetzt, bei der über Schädlinge, Jäten und Düngung informiert wird. Die Vermittlung soll umfassend sein – Ratschläge zur richtigen Lagerung der Ernte gehören ebenso dazu wie die Frage nach der Qualität von Lebensmitteln.

„Wir verzichten hier bewusst auf den Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln und leichtlöslichen Mineraldüngern“, sagt Mark. Saatgut und Jungpflanzen würden von zertifizierten Anbauern aus der Wetterau und Nordrhein-Westfalen geliefert.

Die Größe des Areals ist auf 30 Teilnehmer ausgelegt. Eine Pachtparzelle von 45 Quadratmetern kostet 179 Euro, die 85 Quadratmeter-Variante ist für 329 Euro zu beackern. An einem Wassercontainer kann die Gießkanne gefüllt werden, Hacke, Rechen und Schubkarre stehen immer bereit. Um plünderungswillige Wildschweinrotten auf Distanz zu halten, wird ein Zaun das parzellierter Gartenland umgeben.

Zur Infrastruktur des unmittelbar an der Regionalparkroute gelegenen Gemüsefeldes gehören auch der Hofladen und das Gartencafé des Lindenhofes. Dass hier Kühe im Stall stehen und Getreide angebaut wird, versteht sich von selbst. Die „Beet it!“-Vorbereitungen sind schon angelaufen: „Wir bestellen jetzt die Pflanzen zur Aussaat.“

Wenn das Wetter mitspielt, kann Anfang Mai der erste Salat geerntet werden. Erbsen und Radieschen werden sich ebenso zeigen wie Tomaten, Sellerie oder Pastinaken. Eine Palette, die rund 20 verschiedene Sorten umfasst. Mit dem späten Kohl endet ein Gemüsejahr, das neben viel Schmackhaftem auch eine Gratisportion überliefertes Wissen bereithält.

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