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Osternester für bedürftige Kinder

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Von: Miriam Keilbach

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Oberursel Peter Schüßler spendet erstmals auch im Frühjahr / Sozialer Dienst wählt elf Familien aus

Als Privatmann sei es schwierig, die richtigen Familien zu finden. Familien, die bedürftig sind, arm, denen das Schicksal hart zusetzt. Deshalb wandte sich der Kabarettist Peter Schüßler, besser bekannt als „Die Schüssel“ an den Sozialen Dienst der Stadt. Der half, Familien zu finden.

Aufgrund einer Spende in Höhe von 4000 Euro, die der Lions Club Bad Homburg Hessenpark zur Verfügung stellte, kann Schüßler erstmals Kindern auch zu Ostern helfen. Die Spende war bei der Weihnachtsbaumaktion zusammengekommen. Seit zehn Jahren hilft Schüßler im Rahmen der Weihnachtsaktion in jedem Jahr einer Familie, die es hart getroffen hart. Er sammelt Spenden, verschenkt Möbelgutscheine oder holt Handwerker zur Hilfe, die beim Renovieren anpacken. Und schickt Familien in Urlaub.

Zu Ostern hat er sich für eine andere Variante entschieden. Dieses Mal ging es darum, nicht nur einer, sondern gleich vielen Familien zu helfen. Über den Sozialen Dienst der Stadt Oberursel fand Schüßler vier einkommensschwache Familien und sieben alleinerziehende Mütter, die Hilfe brauchen. Zusammen haben sie 25 Kinder. „Wir haben Familien ausgewählt, die aufgrund ihrer aktuellen Lebenssituation besonders hilfsbedürftig sind“, sagt Abteilungsleiterin Nadja Skoneczny. Eine Mutter mit zwei Kindern sei zum Beispiel krebskrank.

Gutscheine für City-Card

Jedes der Kinder bekommt ein eigenes Osternest, das Edeka gespendet hat. Darin sind allerlei Süßigkeiten, Duplo, Hanuta und Schokohasen. Außerdem enthält jedes Nest City-Card-Gutscheine im Gesamtwert von 35 Euro. „So bleibt das Geld in Oberursel – und vielleicht regt es den ein oder anderen Geschäftsmann an, sich auch bei solchen Aktionen zu beteiligen“, sagt Schüßler. Die Gutscheine sind gestückelt, damit die Familien sie in mehreren Geschäften und damit für verschiedene Zwecke einlösen können.

Vor zehn Jahren begann Schüßler mit seinem sozialen Engagement. „Wir wollten die Familie bescheren und den Kindern was schenken“, sagt er, „aber als wir ankamen, sahen wir, dass die Leute ja gar nichts haben. Die saßen im Sperrmüll.“ So entstand die Idee, mehr zu machen, als reine finanzielle Hilfe zu geben.

Regelmäßig rückt Schüßler an Weihnachten mit seinen Helfern aus, um anzupacken. „Zu fast allen Familien habe ich auch heute noch Kontakt“, sagt Schüßler. Er versucht sogar, Arbeitsplätze zu vermitteln. Einbezogen werden dabei auch die Spenden, die über Spendeboxen bei Edeka zusammenkommen. Schüßler hat an der Leergutannahme eine Box aufgestellt, in die man Leergutbons stecken kann. 1200 Euro kamen im vergangenen Jahr zusammen.

„Das ist eine schöne Zuwendung an die Menschen“, sagt der Erste Stadtrat Christof Fink (Grüne) über die Aktion. „Schön, dass Sie Ihre Popularität nutzen, um sich um die Menschen zu kümmern, die hier in Oberursel leben.“ Die Stadt könne sich glücklich schätzen, dass es dieses Engagement gibt. „Sie zeigen, dass Sie die Menschen mögen.“

Schüßler hofft, dass sich noch weitere Menschen engagieren und einsetzen. Rund 30 bis 35 Helfer hat er heute schon. In einem Jahr werden sie gebraucht, im nächsten nicht. Er kooperiert mit Firmen wie dem Möbelhaus Taunus oder Thomas Cook. Letztere ermöglichen bedürftigen Familien eine günstige Urlaubsreise.

„Es gibt so viele Leute, die etwas beitragen können“, sagt Schüßler, „das sollte in Oberursel vermehrt Schule machen.“ Schließlich gebe es dem Spender - selbst auch etwas, Menschen zu helfen, die wenig Glück im Leben haben.

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