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Begeisterung steckt an: Ingrid El Sigai von der Kleinen Oper Bad Homburg mit GaG-Schülern.
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Begeisterung steckt an: Ingrid El Sigai von der Kleinen Oper Bad Homburg mit GaG-Schülern.

Gesamtschule am Gluckenstein

Opernarien im Unterricht

Mitmachen bei der "Zauberflöte": Ingrid El Sigai, die Nachfolgerin von Otto Mayr bei der Kleinen Oper Bad Homburg, bringt Fünfklässlern klassische Musik einmal anders nahe.

Von Martina Propson-Hauck

Die Jungen und Mädchen durchmessen den Raum mit stampfend-ausgreifenden Schritten. Sie klatschen, schnipsen mit den Fingern und rufen „Yeah“. Sie wiegen die Arme nach rechts und links, werfen sich auf den Boden und verharren dort nahezu reglos. Nur ein gelegentliches Kichern ist zu vernehmen. Auf Kommando springen sie wieder auf. Zum Schluss noch eine Verbeugung vor den Gästen des Opern-Workshops in der Gesamtschule am Gluckenstein.

Angeleitet werden die 20 Schülerinnen und Schüler der 5c von Ingrid El Sigai, der Nachfolgerin von Otto Mayr bei der Kleinen Oper Bad Homburg. Der Pianist und Dirigent Markus Neumeyer unterstützt sie, nicht nur am Klavier. Beide begeistern die quirligen Zehnjährigen, weil sie ihnen keine Vorträge halten, sondern sie sofort machen lassen. Neumeyer und El Sigai singen „Das klinget so herrlich“ aus Mozarts Zauberflöte ganz kurz vor – und nehmen die Kinder mit dem Rhythmus mit. „Schri-hi-tt rechts, tick, Schri-hi-tt links, tock. Klatsch, klatsch, schnips und yeah!“

„Wir verkaufen die Opernarien wie einen Hit“, erläutert Ingrid El Sigai. Die ausgebildete Sängerin, Hörfunksprecherin, Darstellerin und Chefin der Kleinen Oper Bad Homburg startet in dieser Woche zum ersten Mal einen solchen Opern-Workshop in der Schule. Den Anstoß dazu gab der Rotary-Club Bad Homburg Schloss. Dessen Mitglied Wolfgang Assmann hatte die Idee, dass auch Kinder aus bildungsfernen Familien in den Genuss der Oper kommen sollen. Und da man in Bad Homburg mit der Kleinen Oper quasi den Inbegriff kindgerechter Opernvermittlung mit Spaß und Augenzwinkern vor der Haustür hat, schenkten die Rotarier der Gesamtschule nicht nur Opernkarten für die Schüler sondern auch diese Serie von Workshops.

Schwellenängste abbauen

Kinder und Jugendliche an klassische Musik heranzuführen ist das Ziel des Unternehmens. Abgebaut werden soll laut Assmann eine gewisse „Schwellenangst“, die Oper als Form musikalischer Hochkultur weit außerhalb der Perspektive von Kindern ansiedelt, deren musikalisches Wissen sich aus dem Repertoire der DSDS-Kandidaten speist.

„Kinder haben nichts gegen Oper oder gegen Mozart“, sagt El Sigai. Sie machen am Anfang nur gern ein paar Witze darüber. „Statt in die Oper zu gehen, gehe ich lieber zu meiner Oma“, witzelt einer. „Du siehst ja selbst aus wie Mozart“, versucht ein andere Neumeyer hochzunehmen. Nach einer Stunde weicht die Skepsis aus den Gesichtern der Mädchen und Jungen. Rote Backen, strahlende Augen. Was ihnen an der Opern-Stunde am besten gefällt? „Das Singen“, sagen die Mädchen, „uns auf den Boden werfen“, die Jungen. „Hauptsache keine Schule“, sagt einer. Dass die auch ganz anders sein kann, ist eine wichtige Erfahrung. Vielleicht werden Mitglieder der Kleinen Oper künftig mit diesen besonderen Schulstunden auf Tournee gehen.

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