Panzernashörner stammen aus Asien.

Opel-Zoo in Kronberg

Nashörner kommen in den Taunus

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Der Opel-Zoo will eine neue Anlage für Dickhäuter, Tapire und Gibbons errichten. Nötig sind dafür zehn bis zwölf Millionen Euro.

Die Afrikanischen Elefanten sind die unangefochtenen Publikumslieblinge im Opel-Zoo – vor allem seit vor vier Jahren das letzte Flusspferd in einen anderen Zoo umgezogen ist. Ab 2022 sollen die Dickhäuter mit den langen Rüsseln aber wieder ein wenig Konkurrenz bekommen.

Wie Zoodirektor Thomas Kauffels und Gregor von Opel, Vorstandsvorsitzender der „von Opel Hessischen Zoostiftung“, am Mittwoch bekanntgegeben haben, wollen sie erstmals in der Geschichte des Opel-Zoos Nashörner in den Taunus holen.

Dazu soll ein 18 000 Quadratmeter großes Areal im Südosten des Tiergeheges komplett umgestaltet werden. Vorgesehen ist nicht nur eine gemeinsame Anlage für Panzernashörner und Hirschziegenantilopen, es sollen zudem zwei weitere Gemeinschaftsgehege mit Schabrackentapiren und Prinz-Alfred-Hirschen sowie Siamangs, der größten Gibbon-Art, und Kurzkrallenottern entstehen.

Damit könne man den Besuchern künftig „etwas in ganz Deutschland Außergewöhnliches“ bieten, schwärmte Gregor von Opel. Da es sich bei allen anderen Arten um Tiere handelt, die aus Asien stammen, habe man sich für die Panzernashörner entschieden, die in freier Wildbahn vor allem in Indien zu finden sind, erläuterte Thomas Kauffels. Theoretisch wären auch die afrikanischen Arten Breitmaul- oder Spitzmaulnashorn verfügbar, sagte er. Im Frankfurter Zoo gibt es ein Spitzmaulnashorn.

Ziel ist es, zunächst ein Nashorn-Paar im Taunus anzusiedeln. Dazu müsse die Anlage so gestaltet werden, dass man die Tiere auch trennen kann, erläuterte Kauffels. Üblicherweise seien Panzernashörner als Einzelgänger unterwegs. Natürlich hofft er, dass die Tiere während ihrer gelegentlichen Zusammenkünfte auch für Nachwuchs sorgen. Die Weibchen seien mit drei Jahren geschlechtsreif, die Bullen mit vier bis fünf Jahren, so Kauffels. Geplant sei die Anlage für bis zu drei erwachsene Tiere.

2021 soll der Bau der neuen Anlagen beginnen

In der gemeinsamen Haltung mit den Hirschziegenantilopen sieht der Zoodirektor kein Problem. Beide Tierarten seien miteinander verträglich. Gleiches gilt für die Tapire und Prinz-Alfred-Hirsche, die sich im benachbarten Gehege tummeln sollen. Auch Schabrackentapire waren bislang im Opel-Zoo noch nicht zu sehen. Die Tiere, die bis zu 400 Kilogramm schwer werden können, sind in Südostasien beheimatet und stark gefährdet. Sie verdanken ihren Namen einem großen weißen Bereich auf der Rückenpartie.

Die Verantwortlichen rechnen damit, dass sie 2021 mit dem Bau der neuen Anlagen beginnen können. Sie wollen dabei mit dem gleichen Architekturbüro zusammenarbeiten, das bereits die Afrika-Savanne und das neue Elefantenhaus entworfen hat. Vorgesehen ist darüber hinaus eine Kooperation mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt und dem WWF. „Wir hoffen, die neuen Anlagen 2022 ihrer Bestimmung übergeben zu können“, sagt Thomas Kauffels.

Voraussetzung ist allerdings, dass die Kronberger Stadtverordneten den neuen Bebauungsplan für das Zoogelände verabschieden. Ende vergangenen Jahres hatten sie mit breiter Mehrheit den Aufstellungsbeschluss gefasst und den entsprechenden Vereinbarungen zugestimmt, welche die Magistratsspitzen aus Kronberg und Königstein sowie die „von Opel Hessische Zoostiftung“ ausgehandelt hatten.

Zehn bis zwölf Millionen Euro

Dazu gehört auch die Umwandlung des verlängerten Philosophenwegs in eine private Verkehrsfläche. Sollte der Weg öffentlich bleiben, „müssten wir ganz anders planen“, räumte Opel-Zoo-Direktor Kauffels gestern ein. Allerdings sei auch im bisherigen Bebauungsplan eine Fläche für Nashörner vorgesehen.

Die Investitionssumme für das Großprojekt veranschlagen die Verantwortlichen auf zehn bis zwölf Millionen Euro. Die Finanzierung solle ähnlich wie bei der 2013 eröffneten neuen Elefantenanlage erfolgen, sagte Gregor von Opel.

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Neben Krediten und Spenden müsse man auch Eigenmittel aus dem laufenden Betrieb generieren. Das soll maßgeblich durch höhere Eintrittspreise geschehen. Unter dem Motto „Drei Euro sind für uns“ werde man ab dem 1. März jeweils drei Euro pro Tagesticket für die neue Anlage zurücklegen, kündigte Gregor von Opel an.

Die Preiserhöhung selbst werde aber etwas geringer ausfallen. Für eine Tageskarte müssen die Besucher ab dem kommenden Monat 1,50 Euro mehr zahlen; die Jahreskarten werden um fünf Euro teurer (siehe Bericht auf der nächsten Seite). Nötig seien aber auch wieder Spenden. „Jeder Betrag hilft und ist uns willkommen“, wirbt von Opel.

Hintergrund: Spender gesucht

Die Finanzierung der neuen Nashornanlage soll auf drei verschiedenen Wegen erfolgen: höhere Eintrittspreise (siehe Bericht auf der folgenden Seite), Kredite und Spenden. Der Zoo hat dafür nun ein eigenes Spendenkonto eingerichtet, IBAN DE91 5125 0000 0055 0027 38, Stichwort „Panzernashörner“.

Im vergangenen Jahr hatte der Opel-Zoo 545 000 Besucher, ein Plus von drei Prozent gegenüber 2017 und das insgesamt drittbeste Ergebnis seit Bestehen des Zoos. Die Zoopädagogik hat 20 000 Menschen betreut.

Die Zahl der Tierarten hat sich um drei auf 219 erhöht, insgesamt leben auf der 27 Hektar großen Fläche an der B455 zwischen Kronberg und Königstein 1595 Tiere (2017: 1481).

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Opel-Zoo über die Buslinien 261, X26 und X27 zu erreichen.

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