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Ohne Windkraft in die Zukunft

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Neue alte Energie: Windradanlagen.
Neue alte Energie: Windradanlagen. © FR/Oeser

Ganz wie bei den Großen: Nach dem Vorbild der Bundesregierung verordnet sich jetzt auch Oberursel ein Energiekonzept. Doch die Grünen vermissen das nötige Profil.

Von Jürgen Streicher

Mit 38 zu fünf Stimmen hat das Stadtparlament ein Energiekonzept beschlossen, um auf kommunaler Ebene dazu beizutragen, international gesteckte Klimaziele zu erreichen. Breite Zustimmung also bei CDU, FDP, SPD und OBG, die fünf Grünen aber nennen das Ergebnis nach mehrfach vertagter Entscheidung ein „kümmerliches Feigenblatt“. Zu dürftig ist ihnen das Bekenntnis zu moderner Energieeffizienz, zu regenerativen Energien und zu konkreten Maßnahmen in der Stadt ausgefallen.

Die Formulierungen zu den Unterpunkten sind vorsichtig, die Nutzung von Solarwärme und der Bau von Photovoltaikanlagen etwa wird nur „angestrebt“. Immerhin: Der Bau von weiteren „Bürgersolaranlagen“ soll unterstützt, geeignete Dachflächen städtischer Liegenschaften dafür zur Verfügung gestellt werden. Ein Dachflächenkataster wird auf der Homepage der Stadt veröffentlicht. Beim Unterpunkt „Andere regenerative Energien“ ist jeweils nur „zu prüfen“, ob und wie Biomasse, Erdwärme und Wasserkraft genutzt werden können.

Windenergie allerdings ist kein Thema im zwölfseitigen Papier, was die Grünen als erhebliches Manko bewerten. Das Konzept folgt damit dem drei Jahre alten Votum von CDU, FDP und OBG, Windräder auf städtischer Gemarkung kategorisch abzulehnen. Damals wollte der Planungsverband Ballungsraum Rhein-Main eine „Vorrangfläche“ für Windkraftanlagen entlang der Autobahn A 661 im neuen Flächennutzungsplan ausweisen. An die Spitze des Aufstands gegen mögliche Windräder hatten sich die Ortslandwirte gestellt.

Stadtwerke für Energie-Mix

Für die Energieversorgung öffentlicher Einrichtungen formuliert das Papier die Absicht, dass die Stadt ihren Energiebedarf „soweit möglich“ aus regenerativen Quellen beziehen soll. Bei der Beschaffung von Strom sei „vorzugsweise“ die Lieferung aus regenerativen Energien und Wasserkraft vorzusehen.

Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Funke setzt auf einen Energie-Mix. Zuletzt wurde in einen Offshore Windpark in der Nordsee, aber auch in das geplante Kohlekraftwerk Brunsbüttel investiert. Die Tochter Tauna-Gas betreibt eine Erdgastankstelle, zum Portfolio gehören außerdem fast ein Dutzend kleiner Solaranlagen.

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