Oberursel

Oberursel: Schlägerei beim Gassigehen

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Bei einem nächtlichen Streit sind zwei Halbstarke an den Falschen geraten - an einen Staatsanwalt. Dafür gab es eine Arreststrafe, jetzt soll das Frankfurter Landgericht über die Berufung entscheiden.

Oliver und Siawasch stehen vor dem Frankfurter Landgericht, weil sie einen frommen Wunsch haben. Sie wollen nicht in den Jugendarrest, Oliver keine drei, Siawasch keine zwei Wochen. Zu denen hatte das Amtsgericht Bad Homburg die beiden 20-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung im Februar dieses Jahres verurteilt.

Das Amtsgericht sah das so: In der Nacht auf den 14. April 2018 geht ein Staatsanwalt mit seinem Hund in Oberursel Gassi. Kurz vor Mitternacht erleichtert sich der Hund. Als der Staatsanwalt die Notdurft seines Hundes ordnungsgemäß in einer Papiertüte entsorgen will, strolchen Oliver und Siawasch des Weges und „kommentieren das Handeln des Zeugen“ laut Amtsgerichtsurteil „lautstark“. Doch die Kotklauber-Kalauer kitzeln nicht das Zwerchfell, sondern den Widerspruchsgeist des Staatsanwaltes. Ein Wort gibt das andere, der Staatsanwalt fängt sich ein paar Schellen, Oliver und Siawasch fangen sich eine Ladung Tierabwehrspray, schließlich geht der Staatsanwalt zu Boden, wo er von den beiden derart zusammengetreten wird, dass er noch wochenlang an Prellungen, blauen Flecken und Magenschmerzen laboriert.

Vor dem Amtsgericht hatten Oliver und Siawasch so in etwa behauptet, sie seien durch das nächtliche Oberursel gewandert, als ein Hund und dessen wilder Staatsanwalt sie heimtückisch und grundlos angefallen hätten. Das Gericht kam letztlich zu einem anderen Urteil.

Zu einem viel zu harten, meint Olivers Verteidiger. Es gehe doch auch anders, schließlich habe dasselbe Amtsgericht seinen Mandanten schon mal wegen Körperverletzung, Beleidigung, Straßenverkehrsgefährdung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte lediglich verwarnt. Drei Wochen Jugendarrest seien zudem eine halbe Ewigkeit, und dass die beiden Verurteilten auch die Bad Homburger Prozesskosten übernehmen sollen, sei so ungerecht wie unmöglich, denn wenn einer so pleite sei wie Oliver, dann sein Kumpel Siawasch.

Der Prozess wird fortgesetzt. Zu befürchten haben die beiden wenig, sie haben Berufung eingelegt, die Staatsanwaltschaft nicht, für sie gilt das Verschlechterungsverbot und damit schlimmstenfalls eine Bestätigung des Amtsgerichtsurteils.

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