Urselbach-Gymnasium

Zweisprachige Privatschule siedelt sich in Oberursel an

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Der Betreiber möchte Abitur und einen internationalen Abschluss anbieten. Die Privatschule soll zum kommenden Schuljahr im geschlossenen Urselbach-Gymnasium eröffnet werden.

In das ehemalige Gymnasium am Urselbach soll ab August wieder schulisches Leben einziehen. Die Swiss International School (SIS) will in dem Gebäude im Gewerbegebiet Drei Hasen zunächst eine Grundschule mit Eingangsstufe etablieren.

In den Folgejahren soll dann ein Gymnasium folgen, an dem die Schülerinnen und Schüler sowohl das deutsche Abitur wie das International Baccalaureate (IB) Diploma ablegen können, teilt das Bildungsunternehmen mit Sitz in Stuttgart mit, das zur Klett-Gruppe gehört. Zielgruppe sind laut SIS-Geschäftsführerin Verena Simpson international mobile Familien genauso wie Kinder aus Oberursel und der Rhein-Main-Region. Motto: „Internationale Ausrichtung, lokale Verankerung“. Der Unterricht erfolge bilingual und finde je zur Hälfte auf Deutsch und Englisch statt, so Simpson.

In jeder Jahrgangsstufe werde eine deutsch- und eine englischsprachige Lehrkraft mit jeweils der Hälfte der Wochenstunden in einer Klasse unterrichten. Mit Hilfe der sogenannten Immersionsmethode sollen die Kinder die jeweils andere Sprache ganz selbstverständlich im Unterricht und im Schulalltag lernen.

Die Swiss International School Frankfurt soll zum Schuljahr 2020/21 als Ersatzschule starten. Das ist Voraussetzung, um neben einem internationalen Abschluss auch das Abitur anbieten zu können. „Wir streben die staatliche Anerkennung an, die nach einer entsprechenden Wartefrist beantragt werden kann“, sagt Verena Simpson.

Bis sich am 17. August die Schultüren zum ersten Mal öffnen, werde das Gebäude An den Drei Hasen 34-36 renoviert und den pädagogischen Vorstellungen der SIS entsprechend umgestaltet. Da man bloß Mieter der Immobilie sei, könne sie keine genauen Angaben über die Kosten machen, erklärt Geschäftsführerin Simpson.

Ebenfalls noch offen ist, mit wie vielen Klassen die neue Schule eröffnen wird. Davon hänge auch ab, wie viele Lehrerinnen und Lehrer man zu Beginn benötige.

In Deutschland ist die SIS bislang in Berlin, Friedrichshafen, Ingolstadt, Regensburg und Stuttgart vertreten. Auch einen hessischen Standort gibt es mit Kassel bereits. Dort werden die Elternbeiträge einkommensabhängig erhoben. Ein Platz an der Grundschule kostet laut der aktuellen Preisliste zwischen 110 und 1100 Euro.

Die Einrichtungen der Swiss International School werden als Ganztagsschulen betrieben. Es gibt einen Mittagstisch, eine begleitete Hausaufgabenstunde und zusätzliche Betreuungszeiten sowie Kurse am Morgen und am Nachmittag. Der Unterricht wird in Blockzeiten gehalten.

An der Swiss International School in Oberursel werde Engagement vor Ort genauso zum Alltag gehören wie die Vielseitigkeit einer Schulgemeinschaft mit Schülerinnen und Schülern aus vielen verschiedenen Kulturen, betonten die Verantwortlichen. Was die ideologische Ausrichtung angeht, sei man aber „politisch, weltanschaulich und konfessionell unabhängig“.

Das dürfte nach den Erfahrungen mit dem Urselbach-Gymnasium gerade in Oberursel auf großes Interesse stoßen. Denn die Vorgängerschule musste Anfang 2018 nach viereinhalb Jahren wegen einer Mischung aus finanziellen und politischen Gründen schließen.

Weil die Gesellschafter des Gymnasiums der Gülen-Bewegung nahestanden, waren viele der aus der Türkei stammenden Spender abgesprungen. Der Druck der Erdogan-Regierung, die den Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch 2016 verantwortlich macht, war ihnen zu groß geworden.

Die Swiss International School werde für interessierte Eltern im Februar eine erste Infoveranstaltung anbieten, kündigt Verena Simpson an. Der genaue Termin steht noch nicht fest. Er werde aber bald bekannt gegeben. Bis dahin verweist die Geschäftsführerin auf die Homepage des Schulträgers und einen Newsletter, der per E-Mail (Adresse: info@swissinternationalschool.de) abonniert werden kann.

Der Betreiber

Die Swiss International Schoolist ein Unternehmen der Kalaidos Bildungsgruppe Schweiz, die zur Klett Gruppe Deutschland gehört.

An den derzeit 16 SIS-Schulenin der Schweiz, in Deutschland und in Brasilien werden mehr als 3700 Schü-lerinnen und Schüler unterrichtet und betreut.

In Deutschlandist die SIS aktuell an sieben Standorten vertreten. 1400 Kinder und Jugendliche werden dort vom Kindergarten über die Grundschule bis zum Abitur und optional zum International Baccaulaureate (IB) Diploma geführt.

Weitere Informationen:www.swissinternationalschool.de. twe

Die Vorgängerschule musste wegen vermuteter Nähe zur Gülen-Bewegung schließen

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