Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Gerhard Zerth (r.).
+
Gerhard Zerth (r.).

Nachruf

Zum Tod von Gerhard Zerth: Ein Urgestein der Frankfurter Rundschau

  • VonRoderich Reifenrath
    schließen

Gerhard Zerth hat die Frankfurter Rundschau über viele Jahrzehnte hinweg geprägt. Jetzt ist er im Alter von 96 Jahren gestorben.

Er war immer geradeaus und standfest in seinen Überzeugungen: Gerhard Zerth – Urgestein der Frankfurter Rundschau, der hochbetagt jetzt im Alter von 96 Jahren in Oberursel gestorben ist.

Nach einem Jurastudium in Münster war er 1951 nach Frankfurt gekommen, hatte seine berufliche Laufbahn unter anderem als Steuerberater in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft begonnen, wurde Mitglied in Aufsichtsräten von Unternehmen. 1956 kam es über die Wirtschaftsprüfung zu ersten festen Kontakten mit der FR. Damals war Karl Gerold Verleger, Herausgeber und Chefredakteur der Zeitung. Gerhard Zerth hat viele Jahre dieser Nach-Gründerzeit hautnah miterlebt.

Nach dem Tod Gerolds ist der Verlag 1975 in eine Stiftung umgewandelt worden, die Anteile des Unternehmens sind dort eingeflossen. Kontrolle darüber und über finanzielle Zuwendungen an die Stiftung hatten und haben ein Kuratorium sowie ein Vorstand. Von 1984 bis 2005 war Gerhard Zerth dieser Stiftungsvorstand – eine Rolle, die Einfühlungsvermögen und einen stabilen Sachwalter brauchte. Nicht zuletzt, um die nach dem Jahr 2000 in der Zeitungslandschaft wachsenden Probleme zu meistern: Zerth spielte eine entscheidende Rolle bei der Weichenstellung, als die Gerold-Stiftung den Verlag als Alleineigentümer nicht mehr tragen konnte und es 2004 darum ging, einen neuen Mehrheitsgesellschafter zu finden. 90 Prozent der Anteile wurden abgegeben, die Stiftung hält seitdem nur noch zehn Prozent. Aber die publizistische Eigenständigkeit der FR und ihre linksliberale redaktionelle Haltung wurden bewahrt.

Gerhard Zehrt war immer zugewandt und offen für Argumente, zugleich aber auch klar in seinen Positionen – und in seinem langen Leben immer engagiert und verlässlich. Schon die ersten Jahre waren nicht einfach gewesen, mit 17 hatte er als Soldat in den Krieg gemusst, wurde dreimal verwundet, landete schließlich in einem Gefangenenlager im Weserbergland. Sein protestantisch-engagiertes Elternhaus hatte ihn christlich geprägt: In Elbing (heute: Elblag) im jetzigen Polen war er 1925 geboren worden und von dort hatte er 1940 einen Konfirmationsspruch mit auf die Lebensreise genommen, der ihm zeitlebens wichtig war: „…wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“

Freiheit und Glaube: Beides zusammen hat Gerhard Zerth stark gemacht. Stark für sein Wirken in der Karl-Gerold-Stiftung und für die Frankfurter Rundschau, stark auch für seine ehrenamtliche Aufgaben in den Vorständen mehrerer Kirchengemeinden. Als einer, der über Jahrzehnte dazu beitrug, die Zeitung zu entwickeln und zu gestalten. Sozial-liberal im Denken, zuverlässig und uneigennützig in seiner Art.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare