1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Hochtaunus
  4. Oberursel

Zum Schutz des Klimas

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Eine Baumschutzsatzung soll künftig das städtische Grün wie hier im Rushmoorpark schützen. priedemuth
Eine Baumschutzsatzung soll künftig das städtische Grün wie hier im Rushmoorpark schützen. priedemuth © Jens Priedemuth

Magistrat bringt Maßnahmenpaket auf den Weg / Konzept soll bis Jahresende stehen

Oberursel - Der Magistrat hat eine ganze Reihe von Maßnahmen und Initiativen als Konsequenzen aus dem Klimawandel auf den Weg gebracht: Klimabeirat, Klimarelevanzprüfung, Baumschutzsatzung, Klimaanpassungs- und kommunales Wasserkonzept. Am kommenden Donnerstag soll das Stadtparlament darüber entscheiden.

So hatte der Magistrat Anfang September beschlossen, den Stadtverordneten einen „Klimabeirat“ vorzuschlagen. Darin können Experten in einem unabhängigen Gremium klimarelevante Fragen analysieren, auf Probleme und ihre Lösungen hinweisen sowie Empfehlungen geben. Der Beirat soll aus mindestens zehn, höchstens 16 Mitgliedern bestehen. Sie sollen von der Stadtverordnetenversammlung bestimmt werden. Das Gremium werde mindestens zweimal im Jahr öffentlich tagen und dem zuständigen Fachausschuss mindestens einmal im Jahr Bericht erstatten.

Um den Klimaschutz im Verwaltungshandeln zu verankern, werde zudem ein Prozess eingeführt, mit dem alle Magistratsvorlagen auf ihre Klimarelevanz überprüft werden. Bürgermeisterin Antje Runge (SPD): „Die meisten politischen Entscheidungen und somit auch das Verwaltungshandeln haben Einfluss auf den Klimawandel. Mit diesem Instrument werden alle Geschäftsbereiche der Verwaltung sensibilisiert, die Aspekte des Klimaschutzes bei jeder Entscheidung zu berücksichtigen und dies auch transparent darzulegen.“

Außerdem werde eine flächendeckende Baumschutzsatzung für das Stadtgebiet eingeführt, um das städtische Grün zu schützen. Bäume seien die CO2-Absorbierer Nummer eins.

Bis Jahresende solle zudem das sogenannte Klimaanpassungskonzept fertig sein. Es befasse sich mit den Auswirkungen des Klimawandels und solle „den künftigen Handlungsbedarf aufzeigen, Optionen benennen und diese mit dem Ziel einer Verstetigung inhaltlich und zeitlich in Form eines Maßnahmenplans darstellen“, heißt es sperrig aus dem Rathaus. Integraler Bestandteil sei die Erarbeitung einer Klimafunktionskarte und einer Starkregen-Gefahrenkarte. Es seien auch konkrete Maßnahmen zu erwarten, heißt es.

Kommunaler Wasserschutzplan

Unter anderem mit Blick auf Hitzeperioden und die Überwärmung im bebauten Bereich, Starkregenereignisse sowie das Trink- und Regenwassermanagement inklusive Hochwasserschutz sowie Stürme oder die Beeinträchtigung der Kaltluftzufuhr.

Die Stadt gebe dafür in Kooperation mit dem Wasserbeschaffungsverband Taunus (WBV) ein kommunales Wasserkonzept in Auftrag, das die verfügbaren Wasserressourcen und den Bedarf gegenüberstellen und daraus einen Maßnahmenkatalog ableiten solle. Hierbei würden die Mengen an Grund- und Oberflächenwasser, die potenziell genutzt werden könnten, die Wassernutzungen, der Wasserbedarf und das Wasserversorgungssystem, differenziert nach Wasserqualitäten, Zeitabhängigkeiten und Verwendungszwecken analysiert.

Runge: „Wir legen großen Wert auf einen hohen Anteil an Eigenversorgung mit Trinkwasser. Den müssen wir noch steigern, da der ,Wasserimport’ für andere Regionen gravierende ökologische Auswirkungen hat.“

Die Herausforderungen für die Trinkwasserversorgung würden mit dem Klimawandel stetig zunehmen. Heftigere Starkregenereignisse, ungewöhnlich lange Hitze- und Trockenperioden und das Ausbleiben des im Frühjahr langsam abschmelzenden Schnees hätten negative Effekte auf die Trinkwasserneubildung. „Der zu entwickelnde Maßnahmenkatalog hilft, die erkannten Risiken für die Ressourcenverfügbarkeit, Leistungsfähigkeit und die Zuverlässigkeit der Versorgungssysteme durch eine verlässliche Versorgungsstrategie zu beeinflussen“, betont Runge. Das Land Hessen habe zudem ein Programm aufgelegt, mit dem kommunale Wasserkonzepte gefördert würden. jo

Auch interessant

Kommentare