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Ziemlich teure Querungshilfe

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Die Königsteiner Straße wird hier gern von Fußgängern und Fußgängerinnen überquert. jp
Die Königsteiner Straße wird hier gern von Fußgängern und Fußgängerinnen überquert. jp © jp

Fahrbahnteiler in Königsteiner Straße soll 230 000 Euro kosten

Oberursel - Wer zu Fuß vom Naherholungsgebiet Maasgrundweiher in Richtung Lomonossow-Park gehen möchte, überquert die Königsteiner Straße zwischen Maasgrundweg und Herzog-Adolf-Straße. Das ist unangenehm, weil Autos dort mit dem erlaubten Tempo 50, mitunter auch schneller, angebraust kommen. Es gibt hier weder Zebrastreifen noch Ampel. Die Grünen hatten daher schon Mitte 2021 im Ortsbeirat Mitte einen Fahrbahnteiler als Querungshilfe beantragt. Ein Planungsbüro hatte einen Entwurf gemacht, der jetzt auf der Tagesordnung stand. Die Infos waren ernüchternd.

Das Gremium hatte mit Kosten von rund 20 000 Euro gerechnet, berichtet Ortsvorsteherin Susanne Herz (Grüne). Aber jetzt solle das Ding rund 230 000 Euro kosten. „Das ist uns natürlich viel zu viel“, sagt sie. Der Grund für die enorme Diskrepanz: „Die Königsteiner Straße ist die Kreisstraße 772. Deshalb muss der Bau einer Querungshilfe an dieser Stelle mit dem Kreis als Baulastträger und der Landesbehörde Hessen Mobil abgestimmt werden.“

Hessen Mobil fordere nun, anders als zuvor geplant, einen Ausbau entsprechend der hessischen Standards. Das heiße, die Verkehrsinsel müsse breiter und größer werden als gedacht. Auch gehe es um Fahrbahnbreiten. Der Entwurf setze die Vorgaben um, heißt es in der Vorlage. Außerdem wird die im Radverkehrskonzept vorgesehene Verbindung der Kategorie I (Radschnellverbindung) mit einem Schutzstreifen berücksichtigt. Die Stadt sei nun mit dem Landratsamt im Gespräch, ob sich der Kreis an den Kosten des Ausbaus beteilige, berichtete Bürgermeisterin Antje Runge (SPD) im Ortsbeirat. Bisher lehne der Kreis das aber ab. Begründung: Die Stelle sei kein Unfallschwerpunkt. Eine Umsetzung sei daher frühestens im Jahr 2024 möglich.

Die Grünen machen sich unterdessen Gedanken über alternative Lösungen. „Wir hätten nie gedacht, dass eine Querungshilfe so teuer würde. Vielleicht könnte man in dem Bereich zumindest eine Tempo-30-Zone einrichten“, sagt Herz. Tempo 30 beginne erst weiter stadteinwärts. Auch ein Schild mit einer Aufschrift wie „Vorsicht, Fußgänger kreuzen“ könnte helfen.

Blumenkübel und Schwellen

Um eine gewisse Verkehrsberuhigung ging es auch beim Tagesordnungspunkt Blumenkübel in der Oberen Hainstraße. „Dort wünschen sich Anwohner die Blumenkübel von 2011 zurück, die zum Hessentag aufgestellt worden waren“, berichtet Herz. Außerdem hatte Ortsbeirätin Marion Unger (OBG) in einer der vergangenen Sitzungen gefragt, ob Bodenschwellen eine Option zur Verkehrsberuhigung seien. Und Stadtverordnete Dr. Claudia von Eisenhart Rothe (Klimaliste) regt an, trockenheitsresistente Stauden in Pflanzkübel zu setzen, da diese nicht gewässert werden müssten. Das werde geprüft, erklärte die Bürgermeisterin. Genehmigungen zum Aufstellen und Entfernen von Pflanzkübeln werden übrigens vom Bereich Straßenverkehrs- und Ordnungswesen im Rathaus erteilt. Dort können Bürger dazu auch direkt anfragen. cg

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