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Oberursel soll wieder sauberer werden – und möglichst viele Bürger sollen dabei mithelfen.

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Wenn der Mülleimer überquillt

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Die Stadt Oberursel will mit einer „Sauberkeitsoffensive“ Dreckecken beseitigen. Die Bürger können Patenschaften übernehmen.

Überquellende Papierkörbe, Kaugummi-Reste in der Fußgängerzone oder wilde Müllkippen auf dem freien Feld – die Stadt Oberursel möchte mit einer Sauberkeitsoffensive den Dreckecken in der Stadt zu Leibe rücken. Dabei sollen die Bürgerinnen und Bürger mithelfen. Gesucht werden Sauberkeitspaten, die sich um ihr eigenes Umfeld kümmern.

Besonders in diesem Frühjahr sei „einiges schiefgelaufen“, gibt Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) zu. Die Mitarbeiter des zuständigen Bau & Service Oberursel (BSO) waren wegen Personalmangels nicht mehr in der Lage, die 357 städtischen Papierkörbe und 42 Hundestationen regelmäßig zu leeren, die zentralen 110 000 Quadratmeter Fuß-, Rad- und Gehwege zu reinigen sowie illegale Müllablagerungen und die Überbleibsel von Festen zu beseitigen.

Die Zahl der Beschwerden sei enorm gestiegen, räumt BSO-Geschäftsführer Michael Maag ein. 55 Meldungen hat er seit Jahresanfang registriert. 2017 waren es zwei weniger – allerdings verteilt über das komplette Jahr. Inzwischen habe sich die Situation aber wieder deutlich entschärft, versichert Maag. Seit Mai arbeiten zwei zusätzliche Mitarbeiter bei der Stadtreinigung, außerdem werde man den Sommer über probeweise Zeitarbeiter einsetzen. Auch die Routen seien verändert worden, so dass sie nun täglich bedient werden können. „Das ist ein erheblicher Fortschritt“, betont Maag. Doch dabei möchte es die Stadt nicht bewenden lassen.

Wer sich für eine Sauberkeitspatenschaft interessiert, kann sich  an die Oberurseler Ehrenamtsagentur wenden, Telefon 06171 / 502 180, und sich per E-Mail anmelden: zeit_spenden@oberursel.de.

Mitmachen können Vereine, Schulen, Kindergärten, Unternehmen, aber auch einzelne Bürger.   

Die Sauberkeitsoffensive sei auf mehrere Jahre angelegt, erklärt Gabriela Wölki, die sich um die Koordination kümmert. Ziel sei, möglichst viele Bürger einzubinden. Das soll über Veranstaltungen gelingen wie die Lesung der Bestsellerautorin Nadine Schubert aus ihrem Buch „Besser leben ohne Plastik“ Anfang Juni, aber auch über Mitmachaktionen.

Schulen und Kindergärten könnten Patenschaften rund um ihre Einrichtungen übernehmen, wirbt Wölki. Als Beispiel führt sie die „Grünen Ritter“ der Strohscheinschule an, die im Rahmen ihrer Umweltunterrichts wöchentlich die Ufer des Urselbachs reinigen, der an ihrer Schule vorbeifließt.

Aber auch einzelne Bürgerinnen und Bürger können sich als Sauberkeitspaten bewerben, ein Projekt, das die Stadt gemeinsam mit der Ehrenamtsagentur „Netzwerk Bürgerengagement Oberursel“ entwickelt hat. Dabei gehe es nicht darum, den Bürgern städtische Aufgaben aufzuhalsen, betont Gabriela Wölki. Die Paten sollten vor allem die Augen offen halten und die Stadtverwaltung informieren, wenn sie Probleme wie übervolle Papierkörbe oder wilde Müllkippen entdecken.

Dass Unbekannte illegal Reifenstapel oder anderen Müll einfach in Wald oder Feld werfen, nehme leider zu, sagt Michael Maag. Aber auch nach „wilden Feiern“ im Freien ließen viele Menschen die Reste oftmals einfach liegen.

Ein Zustand, den Bürgermeister Hans-Georg Brum nicht mehr länger hinnehmen will. „Viele Städte haben bereits Bußgeldkataloge für derartige Delikte eingeführt“, sagt er. Deshalb kündigt er an, nun auch in den städtischen Gremien von Oberursel eine Diskussion darüber anregen zu wollen.

Tipps und Veranstaltungshinweise zur Sauberkeitsoffensive werden künftig auf der Internetseite www.oberurselimdialog.de veröffentlicht.

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