Zu zweit, wie hier auf dem Kapellenberg in Hofheim, ist ein Waldspaziergang erlaubt.
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Zu zweit, wie hier auf dem Kapellenberg in Hofheim, ist ein Waldspaziergang erlaubt.

Oberusel

Wandergruppen im Taunus sind verboten

  • Andrea Rost
    vonAndrea Rost
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Auch im Wald in Oberusel gilt das Kontaktverbot wegen der Corona-Pandemie. 

Wer stundenlang im Homeoffice gesessen, mit den Kinder Hausaufgaben gemacht hat oder wegen der Corona-Pandemie nicht alleine vor die Tür gegangen ist, der kommt schon mal auf die Idee, sich bei dem schönen Frühlingswetter mit Nachbarn oder Freunden zum Spazierengehen in der freien Natur zu verabreden. In Gruppen unterwegs zu sein, ist jedoch im Wald, auf Feldern und Wiesen genauso verboten wie in den Städten. Darauf hat gestern die stellvertretende Geschäftsstellenleiterin des Naturpark Taunus, Carolin Pfaff, hingewiesen.

Wandergruppen sind demnach im Naturpark derzeit nicht erlaubt – außer die Spaziergänger wohnen nachweislich in einem Haushalt, zum Beispiel Eltern mit ihren Kindern. Dieselben rechtlichen Regeln gelten laut Pfaff für Radfahrer, sie dürfen nur zu zweit unterwegs sein. Dies betreffe auch Verabredungen zum Laufen. Laufgruppen mit mehr als zwei Personen aus unterschiedlichen Haushalten seien nicht gestattet. Treffen zu Hundespaziergängen dürften ebenfalls nur in kleinen Zweiergruppen mit dem nötigen Abstand zwischen den Zweibeinern stattfinden.

Alles dicht

Die Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten im Taunus sind aktuell wegen der Corona-Pandemie geschlossen.

Dazu zählen der Kronberger Opel-Zoo, die Burgen in Eppstein, Königstein und Kronberg, das Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach, das Römerkastell Saalburg und das Seedammbad in Bad Homburg sowie die Freizeitparks Taunus Wunderland (Schlangenbad) und Lochmühle (Wehrheim).

Auch die Tourist-Infos der Region sind geschlossen. Infos im Internet: www.naturpark-taunus.de. aro

Hintergrund ist das Kontaktverbot, das die Bundesregierung am vergangenen Wochenende ausgesprochen hat. „Viele Menschen halten sich nicht daran, wenn sie in der Natur unterwegs sind“, berichtete Pfaff im Gespräch mit der FR. Immer wieder würden auf den Wanderwegen im Taunus größere Gruppen gesichtet. Der Wald sei jedoch kein rechtsfreier Raum. Hier gelte wie überall sonst, dass man nur entweder mit Mitgliedern des eigenen Haushalts oder mit einer einzigen Person, die nicht zum eigenen Haushalt gehöre, unterwegs sein dürfe. Bei letzterer im gebührenden Abstand von 1,5 Metern.

Eindringlich appelliert Pfaff auch an die Wanderer ihren Müll wieder mit nach Hause zu nehmen und nicht in großer Menge an den Wanderparkplätzen oder im Wald zurückzulassen. Die Naturparkmitarbeiter kämen aktuell kaum nach, die Mülleimer zu leeren und den Müll einzusammeln. „Dabei sollten sie wie alle anderen Menschen auch die eigenen vier Wände so wenig wie möglich verlassen.“

Große Wandervereine wie der Taunusclub oder der Rhein-Taunus-Klub haben mittlerweile alle Veranstaltungen bis Ende April gestrichen. Dazu gehörten auch die geführten Wanderungen, die regelmäßig angeboten würden, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Taunusclubs, Jochen Schmietendorf der Frankfurter Rundschau. „Unsere Mitglieder haben dafür vollstes Verständnis.“

Abgesagt ist auch der Wiesbadener Wandertag, den der Polizei-Sport-Verein Grün-Weiß Wiesbaden am 5. April durchführen wollte.

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