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Udo Keidel-George und Klaus-Peter Hieronymi vor der aktuellen Bühne.  

Oberursel

Theater in Oberursel setzt auf Wechsel bei Regisseuren

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Die Macher des „Theaters im Park“ in in Oberursel sprechen im FR-Interview über Zuschauer aus der ganzen Region, Geld und die Zukunft des Freilichttheaters.

Mit Carlo Goldonis „Diener zweier Herren“ feiert das Oberurseler Theater im Park in dieser Saison sein 25-jähriges Bestehen. Die bisherigen Vorstellungen waren nahezu ausverkauft – sehr zur Freude von Udo Keidel-George, dem Geschäftsführer des zuständigen Kultur- und Sportfördervereins Oberursel (KSfO), und Produktionsleiter Klaus-Peter Hieronymi.

Herr Keidel-George, Sie haben jüngst eine positive Zwischenbilanz gezogen. Pro Aufführung kamen bislang mehr als 300 Zuschauer. Worauf führen Sie das zurück?
Keidel-George: Die Leute wissen, dass man bei uns einen schönen Sommerabend verleben kann. Wenn dann auch noch eine gute Inszenierung hinzukommt, ist das wunderbar. Wir haben eine sehr gute Auslastung von 80 bis 85 Prozent. Insgesamt rechnen wir mit mehr als 4000 Besuchern.

In der Region gibt es einige Freilichttheater, zum Beispiel in Bad Vilbel oder Eppstein. Wie ordnen Sie das Theater im Park dabei ein?
Keidel-George: Uns geht es darum, die Amateurtheaterszene zu stärken. Was das Drumherum angeht, haben wir uns zunehmend professionalisiert. Seit einigen Jahren gibt es eine überdachte Tribüne. Für die Technik haben wir ein eingespieltes Team. Ich denke, wir sind in der Region inzwischen anerkannt.

Hieronymi: Viele unserer Besucher kommen von außerhalb. Unser Publikum ist nicht auf Oberursel und die Nachbarkommunen beschränkt, sondern reicht bis Darmstadt, Mainz oder Gießen.

Herr Hieronymi, Sie sind von Anfang an dabei. Als erstes Stück wurde 1994 Schillers „Don Carlos“ gezeigt, ein ernstes Drama. Wie kam das damals an?
Hieronymi: Der damalige Regisseur Jochen Ziegler wollte mit einem großen Klassiker anfangen. Er war der Meinung, „Don Carlos“ sei so inhaltsstark, mit einer vernünftigen Schauspielertruppe werde das auf jeden Fall ein Erfolg. Und so kam es dann auch.

Nach dieser Saison gehen Sie in Rente. Was war im Rückblick Ihr persönliches Highlight?

Udo Keidel-George (58) ist Geschäftsführer des Kultur- und Sportförderverein Oberursel (KSfO), der das „Theater im Park“ organisiert.

Produktionsleiter Klaus-Peter Hieronymi (63) ist seit der ersten Inszenierung mit dabei. Für ihn ist die Jubiläumssaison gleichzeitig seine letzte – er geht anschließend in Rente.

Das aktuelle Stück „Der Diener zweier Herren“ ist noch an den kommenden beiden Wochenenden im Park der Klinik Hohe Mark, Friedländerstraße 2, zu sehen, jeweils freitags und samstags um 20 Uhr. Am Sonntag, 11. August, ist zusätzlich eine Vorstellung um 17 Uhr.

Karten im Vorverkauf gibt es unter www.frankfurttickets.de. twe

Hieronymi: „Das kleine Teehaus“. Das haben wir zum ersten Mal überhaupt in einem Freilichttheater aufgeführt. Besonders in Erinnerung bleiben wird mir, wie wir damals einen amerikanischen Militärjeep auf die Bühne gehievt haben. Die Zuschauer waren davon schwer beeindruckt. Kuriosität am Rande: Der Jeep war vorher in dem Kriegsfilm „Die Luftschlacht um England“ im Einsatz gewesen, damals konnte er sogar noch fahren.

In den ersten Jahren stand die Bühne im Park der Villa Gans. 2010 mussten Sie umziehen und spielen inzwischen an der Klinik Hohe Mark. Was hat sich dadurch geändert?
Keidel-George: Das war eine glückliche Fügung. Wir wussten damals nicht, wo wir hinsollen. Erfreulicherweise hat sich die Leiterin der Klinik Hohe Mark, Anke Berger-Schmitt, auf das Wagnis eingelassen. Mit dem Klinikpark haben wir eine gleichwertige Spielstätte gefunden. Sie hat sogar den großen Vorteil, dass sie durch die U-Bahn-Station an der Hohemark besser zu erreichen ist.

2013 hat die Stadt Ihren Etat um 45 000 Euro gekürzt. Wie konnten Sie diesen Betrag kompensieren?
Keidel-George: Das ging nur mit viel Eigeninitiative. Mittlerweile haben wir zudem einige langfristige Sponsoren gefunden. Unser Etat beträgt heute 110 000 bis 130 000 Euro und steht auf soliden Füßen. Die Kosten können wir durch Eintrittsgelder und die Unterstützung unserer Sponsoren wieder einspielen.

Nachdem Sie im vergangenen Jahr mit Volker Zill einen neuen Regisseur verpflichtet hatten, inszeniert diesmal wieder Ihr Stammregisseur Andreas Walther-Schroth. Wie geht es im nächsten Jahr weiter?
Keidel-George: 2020 wird wieder Volker Zill inszenieren. Welches Stück gezeigt wird, steht noch nicht fest, da sind wir gerade im Gespräch.

Was haben Sie mit dem „Theater im Park“ für die weitere Zukunft vor?
Keidel-George: Uns ist es wichtig, den Besucherinnen und Besuchern unterschiedliche Inszenierungen anzubieten. Wir arbeiten sehr gut mit Herrn Walther-Schroth und Herrn Zill zusammen. Es können sich aber auch gerne noch andere Regisseure bewerben.

Interview: Torsten Weigelt

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