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Sterben und Tod gehören ins Leben

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Doppeljubiläum zehn Jahre stationäres Hospiz und 20 Jahre ambulanter Hospizdienst / Wanderausstellung

Oberursel - Wer in dem Fotoalbum blättert, das sich das Team des Hospiz St. Barbara und des ambulanten Hospizdienstes zum Jubiläum zum Geschenk gemacht hat, wird überrascht sein: Zu sehen sind Bilder von lachenden Menschen, von den Mitarbeitern ebenso wie von den Gästen des seit zehn Jahren bestehenden Hauses, die in ihrer letzten Lebensphase begleitet werden. Entstanden ist die Idee eines stationären Hospiz aus dem ambulanten Hospizdienst, den die Caritas in Oberursel vor 20 Jahren auf den Weg gebracht hat. Das Doppeljubiläum feiert das Team um Leiterin Stefanie Dittrich bewusst nicht mit einem Empfang, sondern mit einer Wanderausstellung. „Ich begleite Dich!“ heißt sie. „Fühlen, Halten, Erinnern, Hören, Schmecken, Riechen, Spielen - die Motive der Ausstellung thematisieren Situationen in der Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen“, erklärt Dittrich. Erste Station der Wanderschau ist vom 1. bis 10. November die Stadtbücherei. Vom 11. bis 18. November wird sie in Steinbach im Gemeindezentrum St. Bonifatius zu sehen sein und abschließend vom 29. November bis 2. Dezember in der Bad Homburger Stadtbücherei.

Ziel ist es, mit den Bildern und Texten die Erfahrungen der Haupt- und Ehrenamtlichen in der Hospiz- und Palliativarbeit näherzubringen. Einfühlsame Texte und kraftvolle Motive machen Aufgaben, Ziele und das Verständnis dieser Arbeit erlebbar. „Ganz wichtig ist, dass die Bilder zeigen, dass Krankheit, Sterben und Tod keinesfalls so düster sind wie häufig vermittelt und dass sie mitten ins Leben gehören“, so Dittrich. Die Enttabuisierung sei entscheidend. „Wir wollen das gesellschaftspolitisch vorantreiben und bewusster machen“, ergänzt Astrid Piesker, Leiterin Gesundheit und Altenpflege der Caritas. „Deshalb haben wir uns für die Ausstellung entschieden. Mit ihrer Hospizarbeit kümmern sie sich nicht nur um die Begleitung Sterbender, sondern auch um deren Familien. „Wir bauen ein Netzwerk um die Betroffenen auf, beraten und stärken die Familien“, berichtet Piesker. „Jeder, der einen Menschen verliert, hat unterschiedliche Sorgen. Für alle sind wir Ansprechpartner.“

Das Hospiz bietet Platz für zwölf Gäste. In den vergangenen zehn Jahren hat man hier rund 1200 Menschen begleitet, im ambulanten Hospizdienst waren es 1350. ksp

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