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Stadtbücherei günstiger unterbringen

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Die Miete am Marktplatz kostet 300 000 Euro pro Jahr.
Die Miete am Marktplatz kostet 300 000 Euro pro Jahr. cg © cg

OBG will Auslaufen des Mietvertrags am Marktplatz für Suche nach neuem Standort nutzen

Oberursel - Die Stadtbücherei soll umziehen - das Stadtparlament hat jetzt einen Prüfantrag beschlossen, der darauf abzielt, Geld einzusparen. Den Stein ins Rollen gebracht hatte die OBG: Ende September 2023 laufe der Mietvertrag fürs Domizil am Marktplatz aus, so Wolfgang Westenburger (OBG). „Gesamtmietkosten von rund 300 000 Euro im Jahr sind bei unserem Haushalt nicht mehr finanzierbar.“ Jetzt könne man prüfen, wo und wie die Einrichtung für weniger Geld unterkommen könne: „Der Magistrat wird gebeten, kurzfristig zu prüfen, in welchen Räumlichkeiten die Bücherei zu günstigeren Raumkosten untergebracht werden könnte“, lautet der Beschlusstext im OBG-Antrag. „Wir präferieren städtische Flächen oder Flächen von stadteigenen Gesellschaften, zum Beispiel den Rathaussaal, den Georg-Hieronymi-Saal oder auch Räumlichkeiten in der Stadthalle“, zählte Westenburger auf.

Gegebenenfalls müsse bei der Ermittlung der Mindestfläche auch überlegt werden, auf welche Angebote, die über die reine Ausleihe hinausgingen, verzichtet werden könnte, fügte Westenburger an und unterstrich, dass die OBG die Bücherei an sich nicht in Frage stelle. „Es handelt sich hier um eine anerkannt wichtige Einrichtung unserer Stadt“, so Westenburger. Die schwarz-grüne Kooperation nahm den Ball auf - und hatte sich schon weiterführende Gedanken gemacht. Aufgrund des hohen strukturellen Defizits müsse man „über alle Einrichtungen nachdenken“, auch über die Stadtbibliothek, bekräftigte Grünen-Fraktionschefin Christina Herr. Nur: „Unsere Bücherei ist mehr als eine Buchausleihe. Jetzt gilt es, über die Zukunft dieser Einrichtung zu reden, die auch wichtige Bildungs- und Medienarbeit für Kinder und Jugendliche leistet.“

Umbau zu modernem Medienzentrum

Die Bücherei biete mit ihren Veranstaltungen und Angeboten für alle Generationen „klassische Bildungs- und Vernetzungsarbeit“, sagte Herr. „Jetzt müssen wir die Diskussion aufnehmen, wie wir unsere Bücherei mit den Mitteln, die wir haben, zu einem modernen Medienzentrum umbauen können. Wenn dabei noch Einsparungen herauskommen, vielleicht über einen günstigeren Standort, sind wir gern dabei!“

Der Magistrat solle nicht nur kurzfristig den Umzug in eine kostengünstigere Immobilie prüfen, sondern dem Sozial-, Bildungs- und Kulturausschuss auch die Eckpunkte für ein solches Medienzentrum vorlegen, heißt es im Änderungsantrag, den Schwarz-Grün formuliert hatte. Die Verwaltung soll dem Ausschuss ihre Einschätzung zu benötigter Raumgröße, Funktionen, Aufgaben und Kosten darlegen, außerdem die bisherigen Rahmenbedingungen aufführen.

Die OBG erklärte sich bereit, den Änderungsantrag der Kooperation zu übernehmen. Auch die Sozialdemokraten signalisierten Zustimmung. SPD-Fraktionschefin Elenor Pospiech: „Die Bücherei ist ein sehr wichtiger Ort in Oberursel. Sie überfüllt den öffentlichen Bildungsauftrag und ist wichtiger Teil der Daseinsvorsorge.“ Wegen der hohen Miete bestehe zweifelsohne Prüfbedarf.

„Man sollte das Wo prüfen, aber auch das Wie. Wenn man schon die Bücherei da rausholt, brauchen wir ein modernes Konzept, ein Medienzentrum für 2030 und die Folgejahre.“

Thomas Fiehler (FDP) sprach von einem „sehr interessanten Prüfantrag“, schlug allerdings vor, das Thema „aufgrund der Brisanz“ erst einmal an den Sozialausschuss zu verweisen.

Dietrich Andernacht (Linke) pflichtete ihm bei: „Die Miete ist schon seit Jahren nicht mehr akzeptabel - die Linke hat von Anfang an gesagt, dass wir eine neue Bücherei bei der Neukonzeption des Rathausareals berücksichtigen müssen. Jetzt kommt ein Antrag aus Haushaltspanik - wir brauchen für die Bücherei aber eine sichere Perspektive.“

Auch Doris Mauczok (SPD) warnte, das „sehr komplexe Geschehen übers Knie zu brechen“. „Vielleicht wird es auch eine Zwischenlösung geben müssen.“

Doch weil CDU, Grüne und die OBG gegen die Verweisung stimmten, wurde daraus nichts. „Die Miete für die Bücherei war schon Thema, als Dieter Rosentreter noch Erster Stadtrat war“, erinnerte OBG-Fraktionschef Andreas Bernhardt. „Jetzt müssen wir das Thema endlich mal angehen.“

Bei der Abstimmung über den veränderten OBG-Antrag gab es dann keine Gegenstimmen, die Linke und Teile der SPD enthielten sich. mrm

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