Oberursel

Sozialwohnungen an Drei Hasen

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50 Wohneinheiten sollen auf einem bislang als Gewerbefläche ausgewiesenen Areal entstehen. Dort befand sich einst eine umstrittene Asylbewerberunterkunft.

Bis vor zwei Jahren befand sich auf dem Grundstück an der Karl-Hermann-Flach-Straße eine der umstrittensten Asylbewerberunterkünfte Hessens. Jahrelang hatten Hilfsorganisationen gefordert, das heruntergekommene Container-Lager im Oberurseler Gewerbegebiet Drei Hasen zu schließen. Im Herbst 2016 ließ der Hochtaunuskreis dann das Gelände räumen; auf einem Nachbargrundstück entstanden moderne neue Quartiere für Geflüchtete.

Nun möchte die Stadt Oberursel auf dem brachliegenden Areal der ehemaligen Containerunterkunft bis zu 50 Wohneinheiten ermöglichen. Vorgesehen ist ein gemischtes Gewerbe- und Wohnquartier. Die Fläche ist bislang als reine Gewerbefläche ausgewiesen, deswegen muss der entsprechende Bebauungsplan geändert werden.

Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) sieht in dem Vorhaben eine große Chance, dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Die schwarz-rote Koalition hat sich vorgenommen, bis 2021 insgesamt 1000 neue Wohnungen zu schaffen, davon rund ein Drittel im erschwinglichen Segment.

Allerdings ist die Stadt inzwischen von der Idee abgerückt, an den Drei Hasen ausschließlich Sozialwohnungen zu schaffen. Brum spricht nun von einem Anteil von 40 bis 50 Prozent an öffentlich geförderten Wohnungen – ein Teil davon klassische Sozialwohnungen, der andere über den Förderweg des zweiten Sozialgesetzbuchs (SGB II).

„Wir wollen keine sozialen Konflikte provozieren“, sagt Brum. Dabei habe man Bedenken der Grünen aufgegriffen, die vor einer Stigmatisierung der Bewohner gewarnt hatten.

Vorstellbar sei eine dreigeschossige Bebauung mit Staffelgeschoss, so Brum. Das Grundstück gehört einem privaten Eigentümer. Geplant sei, dass ein Investor es in Erbpacht übernimmt und die Gebäude errichtet. Dafür gebe es auch schon Interessenten, sagt der Bürgermeister. Möglich sei, dass die Stadt anschließend als Generalmieter für das fertige Quartier fungiere und die Wohnungen vergebe.

Das vorgesehene Grundstück ist 1,3 Hektar groß und soll über die Karl-Hermann-Flach-Straße erschlossen werden. Es sei zwar als Gewerbefläche ausgewiesen, doch handele sich aufgrund der umliegenden Bebauung faktisch um ein „klassisches Mischgebiet“, sagt der Bürgermeister. In der Nachbarschaft befindet sich ein Sportgelände und das Alfred-Delp-Haus, eine Wohneinrichtung für behinderte Menschen. Für das südöstlich angrenzende Grundstück gibt es eine Baugenehmigung für einen gewerblichen Garagenhof.

Der Oberurseler Bauausschuss befasst sich in seiner heutigen Sitzung (17.45 Uhr im Rathaus) mit dem Thema. Das Stadtparlament entscheidet dann am 15. November über die Einleitung des Bebauungsplanverfahrens. Ziel ist es, das Baurecht in einem beschleunigten Verfahren zu schaffen. Der Bürgermeister hofft, dass das in drei bis vier Monaten klappen könnte.

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