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Rollstühle als Spielzeug

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Von: Kerstin Klamroth

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Der Verein für Muskelkranke will eine weltweite Kampagne anstoßen, um das Bewusstsein zu schärfen. Schulen zeigen bereits Interesse.

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Das weiß Hans Wohlleben, Vorsitzender des 1983 gegründeten hessischen Vereins für Muskelkranke, allemal. Um schon bei Kindern und Jugendlichen ein Bewusstsein für die Nöte von Rollstuhlfahrern und Rollatornutzern zu wecken, will der Verein, dessen Sitz in Oberursel ist, nun eine ungewöhnliche Aktion starten.

Mit Spielzeug-Rollstühlen etwa in Lego-Größe für Kindergärten und Schulen soll eine Kampagne angestoßen werden, die weltweit Schule machen könnte. Mit 1000 Spielzeug-Rollstühlen will der Verein beginnen und sucht noch Sponsoren, um die 8000 Euro für die Herstellung bezahlen zu können. Drei Schulen, darunter die Feldbergschule in Oberursel, haben bereits Interesse bekundet.

Wenn bereits Klein- und Vorschulkinder spielerisch den Umgang mit Rollstühlen lernten, denken sie Behinderung sozusagen immer mit, hofft Wohlleben. Wer sehe, dass bereits ein Blatt Papier eine Schwelle für einen Spielzeug-Rollstuhl darstellen kann, werde dies später als Architekt, Investor oder Vermieter berücksichtigen. Der Verein, der hessenweit 120 Mitglieder hat, will die Versorgung von Kindergärten, Spiel- und Bastelstuben mit Spielzeug-Rollstühlen selbst anstoßen. Mit mehreren Herstellern hat Wohlleben gesprochen, um Prototypen für Rollstühle zu entwickeln. Unter eigener Regie plant der Verein die Produktion und den Vertrieb der Rollstühle, die demnächst zu einem akzeptablen Preis in Serie gehen und weltweit Absatz finden sollen.

Um in den Kommunen besser auf die Probleme der Muskelkranken aufmerksam machen zu können, plant der Verein zudem eine Datenbank, in die sich Erkrankte eintragen können. „Wenn wir Zahlen haben, können wir besser argumentieren“, meint Wohlleben.

Weitere Infos und Kontaktmöglichkeiten finden sich auf der Website www.muskelkranke-hessen.de.

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