1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Hochtaunus
  4. Oberursel

Oldtimer verbrennen in Scheune

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Götz Nawroth-Rapp

Kommentare

Feuerwehrleute kämpften in Bommersheim gegen die Flammen in der zur Werkstatt umgebauten Scheune.
Feuerwehrleute kämpften in Bommersheim gegen die Flammen in der zur Werkstatt umgebauten Scheune. © Sven-Sebastian Sajak

Die Oberurseler Feuerwehren haben einen Großeinsatz beim Brand einer Werkstatt. Oldtimer im Wert von 300.000 Euro fallen trotz aller Löschversuche den Flammen zum Opfer.

Es ist ein trauriger Anblick am Tag nach dem Feuer. Die verkohlten Dachbalken der Scheune in Bommersheim ragen in den Himmel, unter ihnen steht ein vollkommen verbranntes Autowrack. Ein zweites steht senkrecht in den Trümmern, nachdem ein Teil der Scheune eingestürzt war. Löschschaum bedeckt den Hof, auch Schläuche der Feuerwehr liegen noch herum. Nachbarn kommen vorbei, um Trost zu spenden. Fassungslos starren sie immer wieder auf die verkohlten Überreste der Scheune. Bernd Hieronymi schluckt und ringt sichtlich mit der Fassung, als er erzählt, was ihm passiert ist. Am Mittwochabend gegen 19 Uhr hatte der 59 Jahre alte Oldtimer-Fan und -Sammler an einem seiner betagten Motorräder hantiert. Dabei kommt es zu einer Stichflamme, aus bislang nicht geklärter Ursache gerät der Vergaser in Brand.

Gebäude brennt lichterloh

„Ich hatte noch versucht, mit einem Feuerlöscher zu löschen“, sagt er. Dann sei sein Bruder mit einem noch größeren Feuerlöscher dazugekommen. Doch der Tank der Maschine stand da schon in Flammen – und kurz darauf die ganze Scheune. Das Gebäude in Fachwerkbauweise mit rund 2400 Quadratmetern, in dem sich Hieronymi eine Werkstatt für die Wartung und Pflege seiner historischen Fahrzeuge eingerichtet hatte, brennt lichterloh. Wenig später treffen die ersten Löschfahrzeuge ein. Viel ist zu diesem Zeitpunkt allerdings schon nicht mehr zu retten. „Wir konnten uns nur noch darauf beschränken, die Nachbarschaft zu schützen“, sagt Stadtbrandinspektor Holger Himmelhuber auf Anfrage der FR.

Kripo klärt Brandursache

Bis zu 75 Feuerwehrleute aus allen fünf Stadtteilen sind zeitweise an der Einsatzstelle, sie arbeiten fieberhaft bis zur Erschöpfung. Auch das Technische Hilfswerk ist vor Ort und unterstützt die Arbeiten. Die enge Bebauung des betagten Gehöfts macht es für die Einsatzkräfte schwer, bis zum Brandherd vorzudringen. Auch über eine Drehleiter wird gelöscht. Ein Feuerwehrmann verletzt sich beim Aussteigen aus einem Löschfahrzeug leicht an einem Sprunggelenk und wird vorsorglich in eine Klinik gebracht. Stundenlang dauern die Löscharbeiten, anschließend wird eine Brandwache eingerichtet. In der Scheune verbrennen Autos, Motoren, zwei Traktoren und weiteres landwirtschaftliches Gerät. Himmelhuber versucht, das Schadensmaß abzuschätzen. „Es sind mindestens 300 000 Euro. Aber eher noch mehr“, meint der Stadtbrandinspektor.

Ermittler der Kriminalpolizei nahmen die Scheune am Donnerstag in Augenschein. Die Brandfachleute sollen genau klären, wie es zu dem verheerenden Feuer in der Werkstatt kommen konnte, die Hieronymi soviel bedeutete. Und von der jetzt nur noch verkohlte Trümmer übrig sind.

Auch interessant

Kommentare