Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Oberursel

Oberursel: Stadt will Solarenergie und Windkraft fördern

Haushalte sollen bis zu 2000 Euro Zuschuss erhalten. Der Magistrat schlägt eigenes Programm vor.

In Oberursel soll es in Zukunft mehr Solarenergie geben. Dazu beitragen soll ein neues städtisches Förderprogramm, mit dem sich jetzt der Haupt-, Finanz- und Digitalisierungsausschuss (HFDA) beschäftigt hat. Der Hintergrund: Auf dem Weg zur Klimaneutralität, zu dem eine Verringerung der CO2-Emissionen um mindestens 35 Prozent bis 2030 gehört, falle der Nutzung erneuerbarer Energien eine Schlüsselrolle zu, heißt es in der Beschlussvorlage des Magistrats.

Allerdings ist noch viel zu tun. So hat eine Untersuchung des städtischen Klimaschutzteilkonzepts „Erneuerbare Energien“ gezeigt, dass von einem technisch möglichen Potenzial von 52 900 Megawattstunden (MWh), was einem guten Drittel des jährlichen Strombedarfs in Oberursel entspricht, derzeit nur 7200 realisiert würden. Das extra gestrickte Förderprogramm hat zwei Zielrichtungen: die Förderung von bis zu 50 Balkon-Solaranlagen mit jeweils 400 Euro. Und ein Förderprogramm für Fotovoltaikanlagen auf Dächern; auch von Miniwindkraftanlagen ist die Rede.

80 000 Euro vorgesehen

Auch dabei soll die installierte Leistung pro Kilowattstunde mit einem maximalen Zuschuss von 2000 Euro pro Haushalt gefördert werden. 30 Haushalte könnten zunächst unterstützt werden. Das Gesamtvolumen des Förderprogramm beträgt 80 000 Euro, von denen 20 000 Euro für Balkon-Solaranlagen und 60 000 Euro für Fotovoltaik beziehungsweise andere Vorhaben auf Dächern vorgesehen sind. Das Geld soll im Haushalt 2022 zur Verfügung gestellt werden.

Bis das Programm beschlossen werden kann, muss noch einiges an Finetuning stattfinden. Die Ausschussmitglieder jedenfalls wollten die Vorlage trotz mehrheitlicher Zustimmung nicht einfach abnicken.

So befürchtete Ingmar Schlegel (Die Linke), dass es Dopplungen bei der Förderung geben könne, weil es auf anderen Ebenen bereits Programme gebe. Andererseits mache das Fördervolumen von 80 000 Euro keinen so großen Posten aus, daher stimme er der Vorlage zu. Allerdings solle beim aufzulegenden Förderprogramm „vor allem auch auf die Beratung“ gesetzt werden.

Ähnlich äußerte sich Elenor Pospiech (SPD), die als gutes Beispiel die Beratungstätigkeit der Klimainitiative Oberursel anführte und fragte, ob die Stadt Ähnliches anzubieten gedenke. Das beantwortete der Erste Stadtrat Christof Fink positiv: „Interessierte sollen beraten und durch den Förderdschungel begleitet werden.“

Hatte bereits im Bau-, Umwelt- und Klimaschutzausschuss die Linke vor zu viel Bürokratie gewarnt, regte jetzt auch Wolfgang Schmitt (Grüne) an, das Förderprogramm möglichst bürgerfreundlich zu gestalten, beispielsweise mit einem einfachen Online-Anmeldeverfahren. Schmitt begrüßte den Fördervorschlag im Namen der Koalition ausdrücklich und sah darin ein Wahlversprechen erfüllt.

Stadtwerke einbinden

Zugleich zeigte er sich irritiert von der Beschlussvorlage selbst, dass der Magistrat mit der Ausarbeitung des Programms beauftragt werden solle. Nach seinem Dafürhalten hätte es ausgereicht, den Posten als Teil des Haushaltsentwurfs des Magistrats in die Beratungen aufzunehmen. Insofern lässt sich das frühe Einbinden der politischen Gremien auch so bewerten, dass die Stadtregierung wichtige Pflöcke noch vor den Haushaltsberatungen einschlagen will.

Für die OBG-Freie Wähler riet Andreas Bernhardt, die Stadtwerke eng in den Planungsprozess einzubeziehen. Deren Geschäftsführer Manfred Funke wies in diesem Zusammenhang auf das genossenschaftliche Engagement der Stadtwerke über die „Neue Energie Taunus eG“ in Sachen Fotovoltaik hin. Zudem sei man mit dem Bau&Service Oberursel in engem Austausch über solche Anlagen auf städtischen Dächern.

Gegen die Vorlage stimmte lediglich die AfD. Der Klimawandel sei zwar real, aber nicht von Menschen gemacht, und bereits laufende Vorkehrungen zur CO2-Reduktion seien wirkungslos geblieben, begründete Paul Beuter diese Ablehnung. Dafür wolle seine Fraktion kein städtisches Geld einsetzen. alv

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare