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Das Areal am Rathaus soll in den kommenden Jahren neu gestaltet werden.

Kohlendioxid

Oberursel will klimaneutral werden

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Die 46.000-Einwohner-Stadt soll bis 2050 klimaneutral werden. Ein umfangreiches Konzept listet mehr als 100 Einzelprojekte auf.

Aktuell pustet jeder Oberurseler noch 8,6 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr in die Luft. Bis 2050 soll dieser Wert auf unter eine Tonne sinken. Womit die 46 000-Einwohner-Kommune sich als klimaneutral erklären könnte, sagte der Erste Stadtrat und Umweltdezernent Christof Fink (Grüne) am Montag in einem Pressegespräch. Wie das Ziel erreicht werden soll, ist Gegenstand eines umfangreichen Klimaschutzkonzepts, das zwei Fachbüros im Auftrag der Stadt in den vergangenen anderthalb Jahren erarbeitet haben. Es listet mehr als 100 Einzelvorschläge auf – vom Radschnellweg nach Frankfurt bis zum Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK).

Die Möglichkeiten, in größerem Stil erneuerbare Energie zu produzieren, sei mangels geeigneter Flächen etwa für Windräder im Stadtgebiet begrenzt, erläuterte Fink. Deswegen sei für Oberursel die Wärmewende eines der Schlüsselthemen. Eine wichtige Rolle soll dabei das Rathausareal spielen, das in den kommenden Jahren neu gestaltet werden soll – inklusive der energetischen Sanierung des Rathausgebäudes. Das Klimaschutzkonzept sieht darin ein „Leuchtturmprojekt“ und „eine einzigartige Chance durch die Integration der Themen Energie, Klimaschutz und Mobilität eine Vorbildfunktion einzunehmen“.

Oberursel kann Energiewende alleine nicht hinbekommen

Denn allein könne die Stadt die Energiewende nicht hinbekommen, betont Christof Fink. Wie das Konzept festhält, beträgt der städtische Anteil am Energieverbrauch in Oberursel lediglich zwei Prozent. Deswegen sei es entscheidend, auch Gewerbetreibende und Bürger mit ins Boot zu holen, wirbt der Erste Stadtrat. Dafür soll zum einen die Beratung ausgebaut werden, zum anderen sind öffentlichkeitswirksame Aktionen geplant. So soll es etwa im Spätsommer die Möglichkeit geben, sich E-Bikes und Lastenfahrräder auszuleihen.

Aber auch beim öffentlichen Verkehr sieht Fink trotz S-Bahn- und U-Bahn-Anschluss noch Verbesserungsbedarf. So könnten in Zukunft autonome Kleinbusse bislang unversorgte Bereiche der Stadt anbinden. Und auch die Idee einer Seilbahn von Schmitten zur Hohemark sei zumindest eine Prüfung wert. Verwunderlich sei allerdings, dass sich dafür gerade diejenigen stark machten, die ansonsten aus ästhetischen Gründen gegen Windräder auf dem Taunuskamm seien, so Fink.

Damit das Klimaschutzkonzept mit Leben gefüllt wird, soll im Rathaus eine zunächst auf zwei Jahre befristete Stelle für einen Klimaschutzmanager geschaffen werden. Christof Fink rechnet damit, dass der Bund die Hälfte der Kosten übernimmt. Auf einen Bundeszuschuss konnten die Verantwortlichen auch beim Konzept selbst zurückgreifen. Statt 114 000 Euro hat es die Stadt so nur 67 000 Euro gekostet.

Das Konzept wird am Mittwoch, 30. Januar, im Bau- und Umweltausschuss vorgestellt. Die Sitzung beginnt um 17.45 Uhr im Oberurseler Rathaus.

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