+
Der neue Betriebs- und Wertstoffhof soll 2022 fertig sein.

Oberursel

Neuer Bauhof mit Risiken

  • schließen

Das 13,5-Millionen-Projekt entsteht auf dem Altgelände. Pläne für einen gemeinsamen Wertstoffhof mit Bad Homburg haben sich zerschlagen.

Nicht nur Flächen für den Wohnungsbau sind im Vordertaunus knapp. Auch für den Neubau seines Betriebs- und Wertstoffhofs hat der städtische Eigenbetrieb Bau & Service Oberursel (BSO) vergeblich nach einem geeigneten Areal gesucht. Zudem hätten sich Pläne zerschlagen, einen gemeinsamen Wertstoffhof mit der Nachbarstadt Bad Homburg zu realisieren, bedauert Oberursels Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD).

Folge: Der BSO muss seinen Bauhof in den kommenden Jahren auf dem vorhandenen Gelände an der Oberurseler Straße im laufenden Betrieb umbauen. Dabei würden sechs von sieben Gebäuden abgerissen und neu errichtet, teilt Betriebsleiter Michael Maag mit.

Derzeit herrsche auf dem 16 000 Quadratmeter großen Areal „ein ungeordnetes Konglomerat“. Ähnliches gilt auch für den Verkehr. Deshalb sollen künftig die Zufahrten so gestaltet werden, dass sich privater Anlieferverkehr und BSO-Transporter nicht mehr ins Gehege kommen.

Allerdings ist der Komplett-umbau auf dem vorhandenen BSO-Gelände auch mit einigen Hürden und Risiken verbunden. So hatte das Regierungspräsidium (RP) erhebliche Einwände gegen den ersten Planungsentwurf erhoben, weil der Wertstoffhof zu nah an die sogenannte Brunnenwiese herangerückt wäre, die eine wichtige Bedeutung für die Trinkwasserversorgung der Stadt hat.

Deshalb habe man die Pläne noch einmal gründlich überarbeitet, berichtet Maag. Vor allem sei man mit dem Wertstoffhof ein gutes Stück von der Brunnenwiese abgerückt. Außerdem habe man ein Rückhaltebecken, Drainagesysteme und eine zweite Dichtungsschicht eingeplant.

Zudem hat sich durch die Umplanung die bebaubare Fläche weiter reduziert. Deshalb wird das Gebäude an der Einfahrt zum Wertstoffhof, in dem Büro-, Sozial- und Magazinräume vorgesehen sind, auf drei Geschosse aufgestockt. „Wir gehen in die Höhe“, sagt Maag. Der BSO-Betriebsleiter hofft, dass die Arbeiten nun möglichst zügig beginnen können. Denn viele der vorhandenen Gebäude seien abgenutzt. So könne das Ende der 60er Jahre gebaute Werkstattgebäude nur noch bis 2020 betrieben werden. Außerdem habe es eine „sehr schlechte Energieeffizienz“.

Maag rechnet mit Gesamtkosten für die Neubauten von 13,5 Millionen Euro. Das sei sehr knapp kalkuliert, betont der BSO-Betriebsleiter. Einige Risiken seien in diesen Betrag noch gar nicht eingepreist. Dabei geht es unter anderem um mögliche Altlasten auf dem BSO-Gelände. „Niemand weiß, was sich unter den seit 70 Jahren versiegelten Flächen verbirgt“, sagt Michael Maag. In den vergangenen Wochen habe es deshalb an verschiedenen Stellen Probebohrungen gegeben. Die Ergebnisse liegen aber noch nicht vor.

Eine weitere offene Frage ist, ob das RP dem BSO für seinen Wertstoffhof eine Befreiung vom Bundesimmissionsschutzgesetz (BimschG) erteilt. Das sei nötig, wenn man mehr als 100 Tonnen Abfall lagere, erläutert Maag. Derzeit unterschreite man diese Grenze noch. Künftig werde das aber mit Blick auf das Wachstum der Stadt wohl nicht mehr zu halten sein. Er sei aber optimistisch, das RP überzeugen zu können, sagt er. Es gebe bereits „positive Signale“, ergänzt Bürgermeister Brum.

Ziel ist es, den überarbeiteten Bebauungsplan für den Neubau von Betriebs- und Wertstoffhof den Stadtverordneten noch vor der Sommerpause zum entscheidenden Satzungsbeschluss vorzulegen. Die Arbeiten auf dem Gelände sollen dann schrittweise erfolgen.

Wenn alles glatt läuft, kann der neue Wertstoffhof Ende 2021 in Betrieb gehen. Im Laufe des Jahres 2022 soll dann der gesamte Umbau abgeschlossen sein.

Der BSO

Die rund 130 Mitarbeiter des kommunalen Eigenbetriebs Bau & Service Oberursel (BSO) kümmern sich nicht nur um Müllabfuhr und Winterdienst, sondern auch um Spielplätzen und Kindergärten, Sportanlagen und Bolzplätze sowie Grünflächen, Parks und Friedhöfe. Dazu gehört inzwischen auch der Stadtwald.

Betriebsleiter ist seit 2017 Michael Maag.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare