Oberursel

Laptops sollen helfen

Der Verein Windrose in Oberursel bereitet alte Computer auf und gibt diese an Schüler, Geflüchtete und Bedürftige aus.

Das gemalte Schild am Gartentor mit einem Fahrrad und der Überschrift „Flickwerk“ zeigt den Besuchern, dass sie in der Oberen Hainstraße 17 richtig sind. Seit 2015 repariert der Verein Windrose hier Fahrräder, die er günstig an Bedürftige abgibt. Seit zweieinhalb Monaten gibt es nun aber auch das Computer-Flickwerk. Hier werden PCs und Laptops wieder fitgemacht.

Die Idee dazu stammt von Thomas Kelly. Der 28-Jährige hat Physik der IT studiert und sich bereits als Jugendlicher sehr für Technik interessiert. „Ich habe im vergangenen Jahr ein mal im Monat in der Stadtbücherei eine Aktion unter dem Motto ‚Fit mit IT-Medien‘ gestartet und dort Menschen aller Altersgruppen bei ihren Problemen mit Handy oder PC geholfen“, erzählt der Oberurseler. Dann kam die Corona-Pandemie, und Kelly wurde bewusst, wie wichtig ein Zugang zu Computer und WLAN gerade jetzt für viele Menschen sind.

So entstand das Projekt Computer-Flickwerk. „Wir finden, Fahrrad- und Computer-Flickwerk passen gut zusammen, denn beides hat etwas mit Mobilität zu tun. Und beides hat in Zeiten von Corona eine sehr hohe Nachfrage“, sagt Sabine Lecher, die im Vorstand des Vereins mitarbeitet.

Bisher konnte das Flickwerk zehn PCs an Schüler abgeben. Vermittelt wurden sie durch die Hausaufgabenhilfe der Windrose, die es an der IGS Stierstadt und an der Erich Kästner-Schule gibt. „Unsere Mitarbeiter sind nah an den Schülern und konnten so schnell sehen, wo es Bedarf gab“, so Lecher.

An jedem Mittwoch ist von 18 bis 19.30 Uhr Sprechstunde. Als Thomas Kelly aus dem Fenster schaut, sieht er schon drei Schülerinnen auf der Treppe warten. „Ich prüfe den Bedarf und kläre ab, was genau gebraucht wird“, erläutert er. „Wir geben am liebsten Laptops ab, denn nicht jeder verfügt über einen WLAN-Zugang. Aber an vielen Orten wie etwa der Stadtbücherei lassen sie sich nutzen.“ Abnehmer für die Computer sind vor allem geflüchtete Menschen, Menschen mit geringem Einkommen und Menschen ohne Arbeit.

Neben den Geräten gibt es vor Ort auch eine praktische Einweisung. Doch woher stammen die Geräte? „Einerseits aus Spenden von Privatleuten, andererseits gibt es Firmen, die alte Computer und Laptops an uns übergeben, statt sie zu vernichten“, freut sich Kelly.

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