Oberursel

Oberursel: Koalition verzichtet auf Stadtratsposten

CDU und SPD werden in Oberursel keine Kandidaten für die Nachfolge des scheidenden Thorsten Schorr nominieren.

Wenn der hauptamtliche Stadtrat in Oberursel und Stadtkämmerer Thorsten Schorr (CDU) auf den Posten des Ersten Kreisbeigeordneten wechselt, soll seine Stelle vorerst nicht wieder besetzt werden. Das haben die beiden Koalitionspartner CDU und SPD nun unabhängig voneinander mitgeteilt. Die Sozialdemokraten haben laut der Parteivorsitzenden Antje Runge schon vor einigen Wochen beschlossen, niemanden ins Rennen um Schorrs Nachfolge zu schicken. Am vergangenen Wochenende hat die CDU öffentlich ihren Verzicht erklärt.

Zwar erhebe die Partei grundsätzlich Anspruch auf den Posten, erklären der CDU-Parteichef Thomas Poppitz und der Fraktionsvorsitzende Jens Uhlig in ihrer Stellungnahme. Allerdings wolle man erst die Bürgermeister- und Kommunalwahlen abwarten, die beide im Jahr 2021 anstehen. Die Bürger sollten so die Möglichkeit haben, „eine grundsätzliche Richtungsentscheidung vorzunehmen“.

Ähnlich argumentiert Antje Runge. Die Amtszeit eines hauptamtlichen Stadtrats beträgt sechs Jahre. Deshalb sei es sinnvoll, die Postenvergabe der politischen Mehrheit in der künftigen Stadtverordnetenversammlung zu überlassen.

Für eine Übergangszeit von gut einem Jahr sei es möglich, Schorrs Aufgaben auf die verbleibenden Hauptamtlichen, Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) und Ersten Stadtrat Christof Fink (Grüne), zu verteilen, erklärt die CDU-Spitze. Eine Dauerlösung sei das aber nicht. „Die Breite und Vielfalt der Aufgaben in einer dynamischen Stadt von der Größe Oberursels kann nicht dauerhaft mit zwei Hauptamtlichen bewältigt werden“, sind Jens Uhlig und Thomas Poppitz überzeugt.

Thorsten Schorr ist Anfang Juli zum Ersten Beigeordneten des Hochtaunuskreises gewählt worden. Er tritt sein neues Amt am 1. Januar 2020 an. Vor anderthalb Jahren war er beim Versuch, in Oberursel Erster Stadtrat zu werden, an Gegenstimmen aus der eigenen schwarz-roten Koalition gescheitert. Wäre er damals gewählt worden, hätte laut Koalitionsvereinbarung die SPD das Vorschlagsrecht für den Posten des zweiten hauptamtlichen Stadtrats gehabt. 

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