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Florian (links) und Valentin Steden wollen expandieren.  

Oberursel

Oberursel: Gastronomie-Pläne abgespeckt

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Die Brüder Steden und die Stadt Oberursel reagieren auf den Protest gegen ein geplantes Ausflugslokal an der Regionalpark-Route. Anwohner sehen aber immer noch Probleme.

Es sei weder eine Event- noch eine Partygastronomie geplant, versichert Florian Steden. Es gehe um „einen ganz normalen Familien-Gutsausschank“ für Menschen aus Oberursel und Ausflügler, die auf der Regionalparkroute unterwegs sind.

Er und sein Bruder Valentin möchten die von ihnen übernommene Apfelwein-Kelterei aus der Stadtmitte an die verlängerte Freiligrathstraße verlagern. Zusätzlich sollen auf dem familieneigenen Grundstück eine Gaststätte und ein Wohnhaus entstehen. Zurzeit befindet sich dort eine Lagerhalle.

Vor allem gegen das geplante Ausflugs-Lokal regt sich massiver Widerstand. Anwohner befürchten eine erhebliche Zunahme des Verkehrs, die Bürgerinitiative „Freili bleibt Freili“ hatte bereits im vergangenen Jahr 250 Unterschriften an Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) überreicht.

Die Wirkung blieb nicht aus. Jüngst präsentierten der Rathauschef und der Leiter der Stadtplanung, Arnold Richter, überarbeitete Pläne. Die betreffen vor allem die Größe der Gastronomie. „Die Zahl der Sitzplätze wurde um ein Drittel reduziert“, teilte Hans-Georg Brum mit.

War bislang von insgesamt 240 Plätzen die Rede plus einem Schulungsraum, in dem 60 Besucher unterkommen sollten, so geht es nun noch um 80 Stühle im Innenraum und 85 auf der Terrasse. Der Schulungsraum ist sogar auf 25 Plätze geschrumpft.

Die Kelterei
Die Brüder Steden bewirtschaften auf ihren Feldern 900 Obstbäume aus 70 verschiedenen Sorten – ohne den Einsatz von Chemie, wie sie betonen. In ihrer Kelterei entstehen daraus 30.000 Liter Apfelwein pro Jahr.

Am neuen Standort wollen sie die Produktion ausweiten und eine Schaukelterei installieren, bei der die Besucher die Herstellung von Apfelwein und Saft von der Blüte bis ins Gerippte nachvollziehen können. twe

„Wir wollen der Bürgerinitiative entgegenkommen“, sagt Florian Steden gegenüber der FR. Deshalb habe man auch das direkte Gespräch mit Vertretern der BI gesucht. Allerdings bewege man sich nun an der Grenze dessen, „was für uns noch wirtschaftlich ist“.

Die Stadt verspricht sich von den geringeren Kapazitäten auch weniger Verkehr. Ziel sei ohnehin, dass ein möglichst großer Anteil der Gäste zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen, betont Bürgermeister Brum. Deswegen soll die verlängerte Freiligrathstraße in eine Fahrradstraße oder einen verkehrsberuhigten Bereich umgewandelt werden. Darüber hinaus sind ausreichend Fahrradparkplätze, eine E-Bike-Aufladestation und ein direkter Anschluss an den Regionalparkweg vorgesehen.

Kurze Haltebuchten sollen dafür sorgen, dass zwei Autos aneinander vorbeikommen, aber gleichzeitig das Tempo reduzieren. Bei größeren Veranstaltungen sollen die Besucher auf Parkplätze am Gewerbegebiet Drei Hasen verwiesen werden. Allerdings sind es von dort aus mehrere Hundert Meter Fußweg.

An der Kelterei selbst sind nur 30 Stellplätze vorgesehen. Es werde aber einen leicht geschotterten „Überlaufparkplatz“ geben, damit die benachbarten Kleingärtner nicht leer ausgehen, sagt Arnold Richter zu.

Aus Sicht der Bürgerinitiative „Freili bleibt Freili“ ist das allerdings keine gute Idee. So werde womöglich noch zusätzlicher Autoverkehr angezogen, befürchtet BI-Sprecher Peter Braun. Bei schönem Wetter rechnet er mit einem „Verkehrschaos“. Aus seiner Sicht sollten die Besucher gar nicht mit dem Auto bis zur Gaststätte fahren dürfen.

Ansonsten begrüßt Braun aber die veränderten Pläne. Die Fahrradstraße sei ein Fortschritt, ebenso die Verkleinerung der Gastronomie. „Das geht tendenziell in die richtige Richtung“, lobt der BI-Sprecher. Vor einem endgültigen Urteil wolle man aber noch die weitere Diskussion über den Bebauungsplanentwurf abwarten. Dessen Offenlage ist im November vorgesehen.

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