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Lampen für Feldweg

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Laternen auf dem Acker? Im Ortsbeirat ist man sich uneins. archiv
Laternen auf dem Acker? Im Ortsbeirat ist man sich uneins. archiv © Elvira Voss - Fotolia

Debatte im Stierstädter Ortsbeirat über Beleuchtung des verlängerten Pfaffenwegs

Oberursel - Oberursels Kassenlage ist angespannt: 2023 sollen unterm Strich - so der Etatentwurf von Kämmerer Jens Uhlig (CDU) - rund fünf Millionen Euro fehlen. Trotz Grundsteuer-B-Erhöhung. Im kommenden Jahr könnte der Hebesatz auf 980 Punkte steigen. Die finalen Beschlüsse will die Politik am 15. Dezember fassen.

An Stierstadt soll’s nicht liegen: Hier will man sparen, wie bei der jüngsten Ortsbeiratssitzung klar wurde, in der Uhlig seinen Entwurf präsentierte - der nicht gerade auf Zustimmung stieß. „Dieser Haushalt ist der Hammer! Wir hätten dann einen der höchsten Hebesätze in Deutschland. Die Stadt nimmt noch Geld von den Leuten, um ihre Haushaltslöcher zu stopfen“, ärgerte sich Heike Giebel (CDU). „Jeder Stadtteil muss gucken, worauf er verzichten kann“, fordert sie. Man müsse „alle Dinge ohne Tabus diskutieren“, sagte Uhlig. Außer der Stadthalle seien Stadtbücherei, U-Bahnlinie 3 und Hortbetreuung die dicken Batzen bei den Leistungen, die die Stadt ihren Bürgern freiwillig bietet.

Das Problem sei klar: „Wir haben weniger Einnahmen und steigende Kosten“, sagte Ortsvorsteher Thomas Gerecht (CDU). Oberursel biete den Menschen aber auch einen „hohen Komfort“. „Den gibt es nicht zum Nulltarif. Alles muss auf den Tisch, aber das braucht Zeit und die Fraktionen müssen sich einig sein.“ Einig ist man sich in Stierstadt zwar, dass man sparen will. Bei welchen Investitionen genau - darüber gehen die Meinungen im Ortsbeirat auseinander:

So sind im Haushalt beispielsweise 95 000 Euro für Solarlampen mit Bewegungssensor vorgesehen, die den verlängerten Pfaffenweg, einen Wirtschaftsweg, ausleuchten sollen. Die CDU, die das voriges Jahr mit der OBG anstieß, will es nun schieben, um Geld zu sparen. Wenn es nach Heike Giebel geht, wird der verlängerte Pfaffenweg überhaupt nicht ausgeleuchtet. „Das ist das letzte Stück Natur dort.“

Auch Stephan Jung (Grüne) möchte lieber „das Feld schützen“: „Hier geht es um Licht-Smog.“ OBG-Mann Beitlich sieht das anders: „Es sind 70 000 Euro Fördermittel in Aussicht. Weniger als 30 000 Euro sind ein tragbarer Invest.“ Der Pfaffenweg sei Bestandteil des Schulradwegnetzes, so Beitlich. „Das ist ein für Stierstadt wichtiges Projekt, wer möchte verantworten, dass die Kinder den Weg weiter im Dunkeln bestreiten? Und wenn die Schüler ganzjährig mit dem Rad fahren, haben wir weniger Elterntaxis.“ Außerdem seien insektenfreundliche Leuchten - in wärmerer Lichtfarbe - und ohne Streulicht geplant.

Am Ende war man sich einig, dass man sich nicht einig ist: Wegen Beratungsbedarfs wurde der Antrag in den Dezember geschoben. mrm

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