1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Hochtaunus
  4. Oberursel

Kühleres Wasser und LED-Licht

Erstellt:

Kommentare

Das 2014 eingeweihte Oberurseler Hallenbad an der Altkönigstraße muss Energie sparen. Trotzdem sollen sich die Badegäste hier möglichst wohlfühlen. yvonne späne
Das 2014 eingeweihte Oberurseler Hallenbad an der Altkönigstraße muss Energie sparen. Trotzdem sollen sich die Badegäste hier möglichst wohlfühlen. yvonne späne © ys

Taunabad versucht Mittelweg zwischen Energiesparen und Badespaß

Oberursel - Das Baby-Planschbecken ist trocken, die schöne farbige Ambiente-Beleuchtung am Fensterband zur Altkönigstraße hin ist aus. Das Taunabad muss, wie alle anderen Schwimmbäder auch, kräftig Energie sparen. Denn die Angst vor zu wenig Erdgas für den Winter geht um. Deshalb haben die Stadtwerke die Wassertemperatur im Hallenbad auf 26 Grad Celsius gesenkt und die Lufttemperatur auf 29 Grad. Außerdem sind alle unnötigen Lichtquellen ausgeschaltet.

„Da eine Wassertemperatur von 26 Grad Celsius für Babys und Kleinkinder nicht mehr optimal ist, wurde das Kleinkinderbecken außer Betrieb genommen“, erklärt Jana Hartig, bei den Stadtwerken für Marketing und Kommunikation zuständig. Normalerweise sei das Wasser im Babybecken auf 32 Grad aufgeheizt worden, im Lehrschwimmbecken habe die Wassertemperatur 30 Grad betragen und im Sportbecken 27 Grad. Die Lufttemperatur sei bei rund 32 Grad Celsius gelegen.

Die Absenkung der Wassertemperatur folge dem Beschluss des Hessischen Städtetags. Mit den Energiesparmaßnahmen trage das Bad der aktuellen Situation auf dem Energiemarkt Rechnung und leiste seinen Beitrag. „Wir sind als Stadtwerke auch Energieversorger und sind uns daher der kritischen Lage bewusst“, betont Hartig. Trotzdem versuchten die Verantwortlichen, die Folgen der Einsparungen erträglich zu halten und den Taunabad-Gästen ein möglichst angenehmes Badeerlebnis zu bieten. Man habe einen gesunden Mittelweg gesucht. Beschwerden von Schwimmbadbesuchern über zu kaltes Wasser seien nicht bekannt. Auch seien die Besucherzahlen offenbar nicht zurückgegangen.

Damit die Kinder beim Schwimmunterricht im Lehrschwimmbecken keine blauen Lippen bekommen, wurden die Schwimmkurskonzepte an die gesenkte Temperatur angepasst, berichtet Hartig weiter. Zum Beispiel werde darauf geachtet, dass sich die Kinder viel im Wasser bewegen. „Übungsteile, bei denen sich die Kinder weniger bewegen, wurden verkürzt und häufiger eingebaut.“

Unter Dusche aufwärmen

Immerhin: Wer sich aufwärmen möchte, der kann unter die warme Dusche gehen - natürlich möglichst kurz. Schilder in WC- und Duschräumen weisen Badegäste und Personal darauf hin, dass mit Warmwasser sparsam umgegangen werden muss. Die Verbrauchsdaten werden regelmäßig überprüft. Ob das Duschwasser den ganzen Winter über warm bleiben könne, sei nicht sicher. „Zu unseren Corona-Maßnahmen gehörte zum Beispiel, dass wir die Duschen abgestellt haben, so dass die Gäste zu Hause duschen mussten“, berichtet Hartig. Was die Badegäste nicht bemerken, was aber trotzdem einiges an Energie spart: „Die Badewasser- und Haus-Technik wird regelmäßig gewartet, um einen effizienten Einsatz zu gewährleisten.“ Außerdem wird nachts und auch tagsüber, wenn nur wenige Besucher da sind, der Volumenstrom, also die Menge an aufbereitetem Badewasser je Stunde, reduziert. Ein Glück sei, dass das Taunabad modern und beispielsweise überall mit energiesparenden LED-Lampen ausgestattet sei, erklärt die stellvertretende Betriebsleiterin Elke Liedtke. Im Dezember 2014 war das neue Hallenbad eingeweiht worden. An der Sicherheit werde natürlich nicht gespart. „Im Foyer ist über Nacht eine Dämmerbeleuchtung mit LEDs mit geringer Wattzahl eingeschaltet. Diese Beleuchtung halten wir für notwendig, um die Verkehrswege mit Treppen zum Taunabad-Parkplatz zu sichern.“

Übrigens war schon während der Freibadsaison Energie gespart worden: Dafür wurde die Becken-Beheizung so eingestellt, dass sie nur bis zu einer Temperatur bis 20 Grad Celsius zuheizte. Mehr Wärme fürs Wasser kam nur durch Sonneneinstrahlung. Wie es jetzt weitergeht? „Ob weitere Maßnahmen ergriffen werden müssen, hängt von der allgemeinen Lage im Gasmarkt ab. Dazu können wir zum jetzigen Zeitpunkt keine konkreten Aussagen treffen“, sagt Hartig. Auch konkrete Verbrauchszahlen oder Energiekosten könne sie nicht nennen. „Grundsätzlich rechnen wir aber auch für das Taunabad mit einem erheblichen Anstieg der Energiekosten.“

Auch interessant

Kommentare