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Kein „Kinderfreundliche-Kommune“-Siegel

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Stadtparlamentsmehrheit hält FDP-Vorstoß für überflüssig / Fink: Es wird bereits genug getan

Oberursel - Oberursel wird sich beim Verein „Kinderfreundliche Kommune“ nicht, wie es von der FDP-Stadtverordneten Katja Adler im Stadtparlament beantragt worden war, um die Aufnahme in das gleichnamige Programm bewerben. Die Initiative scheiterte an CDU und Grünen. Auch der OBG-Antrag, im Fachausschuss darüber zu beraten und zu entscheiden, fand keine Mehrheit.

Adler, die zugleich Bundestagsabgeordnete und Oberurseler FDP-Chefin ist, hat den einzigen verbliebenen FDP-Sitz im Stadtparlament. Sie hatte den Antrag zur „Kinderfreundlichen Kommune“ unter anderem damit begründet, dass es Ziel der Bewerbung sei, mit Unterstützung des Vereins Kinderrechten in Oberursel mehr Gewicht zu verschaffen, das Leben der Kinder weiter zu verbessern und mit der Umsetzung eines Aktionsplans das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ zu erhalten.

Oberursel, so Adler, könne sich damit zum „Schlüsselpartner“ bei der Umsetzung der 1992 beschlossenen UN-Kinderrechtskonvention machen. Die OBG befand den Antrag für gut, wenngleich in Oberursel schon jetzt sehr viel für Kinder getan werde. Maintal, Taunusstein und Eltville nähmen bereits an dem Programm teil, dort könne man sich ja auch über die Erfolge erkundigen. Für Doris Mauczok (SPD) spricht nichts gegen den Antrag, für Kinderrechte könne man nicht genug eintreten. Das Siegel wäre Ansporn und Verpflichtung, noch mehr dafür zu tun. Ähnlich sieht das auch Thomas Fiehler (ULO). Über Kinderrechte müsse immer geredet werden, über Geld in diesem Falle aber nicht. Es sei erschreckend, wie wenig die Gesellschaft Kinderrechte überhaupt im Blick habe. Ingmar Schlegel (Linke) war auch für den Antrag. Mit ihrer Ablehnung verhalte sich die Regierungs-Kooperation aus CDU und Grünen widersprüchlich, sagte er.

Der Antrag „klinge ganz gut“, meinte auch Erster Stadtrat Christof Fink (Grüne). Er lasse allerdings außer Acht, wie viel in Oberursel bereits für Kinder getan werde. So gebe es seit vielen Jahren einen Kinderbeauftragten und viele weitere kindergerechte Formate. Als Sozialdezernent frage er sich, ob Oberursel ein solches Siegel wirklich brauche. Über das Ziel des Antrags sei man sich sicher einig, über den Weg dorthin jedoch nicht, erklärte Christina Herr (Grüne). Sie frage sich, wo der Mehrwert liege. Ein Siegel allein bringe nichts. Überzeugen konnte sie Adler damit allerdings nicht. Dann brauche Oberursel auch das neue Prädikat „Tourismusort“ nicht, um sich als solcher zu präsentieren. as

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