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Ingenieur Trötschler auf dem belasteten Grundstück.
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Ingenieur Trötschler auf dem belasteten Grundstück.

Oberursel Schadstoffe

„Kein Arzt wusste, was ich habe“

  • Götz Nawroth-Rapp
    VonGötz Nawroth-Rapp
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Eine frühere Ladeninhaberin aus Oberursel führt die Erkrankungen in ihrer Familie auf den verseuchten Grund in der Eppsteiner Straße zurück.

Svenja Goldbeck hat keine guten Erinnerungen an ihr Geschäft in der Eppsteiner Straße. Im Februar 2009 hatte die heute 49-Jährige begonnen, ihren Laden für handgearbeitete Modeaccessoires herzurichten. Im April dann eröffnete sie ihr Geschäft in dem Haus, das Anfang des 17. Jahrhunderts erbaut wurde und eines der ältesten noch erhaltenen Gebäude der Stadt ist.

Noch im gleichen Jahr, so sagt die gelernte Erzieherin, ging es mit ihren Beschwerden los – Übelkeit und Erbrechen. 2010 dann wird sie in ein Krankenhaus eingeliefert. „Man wusste nicht, was mit mir los ist“, sagt Goldbeck. Sie wird von Medizinern gefragt, ob sie Pilze oder Fisch gegessen habe, ihre Symptome ähneln denen einer Vergiftung. Auch eine Infektion mit EHEC wird in Betracht gezogen. Doch geklärt wird die Ursache der Beschwerden nicht. „Ich war bei sehr vielen Ärzten, keiner wusste, was ich habe.“

Im Mai 2012 sieht Goldbeck auf dem Grundstück neben dem Haus merkwürdig gekleidete Arbeiter. Die „Leute in Vollschutzanzügen“, wie sie sie nennt, machen die Frau misstrauisch. Schließlich zeigt ihr eine Anwohnerin einen Brief der Stadtverwaltung. Erst dann erfährt sie von den Altlasten und der anstehenden Sanierung, wie sie sagt. Den Brief habe sie nicht bekommen, nur wenige der Anwohner seien überhaupt informiert worden, sagt Goldbeck, und widerspricht damit der Darstellung der Stadt. Auch in zahlreichen weiteren Punkten steht Aussage gegen Aussage. Goldbeck beharrt darauf, dass kontaminiertes Erdreich nur bis etwa 30 Zentimeter Tiefe abgetragen und entsorgt worden ist. Und nicht, wie die Stadt es darstellt, bis ein Meter Tiefe.

Eigene Fotos als Beweis

Erdreich und Staub sei auf ausgelegte Ware gelangt, Lastwagen ohne Schutzplanen auf der Ladefläche seien verwendet worden. Dies könne sie auch mit Fotos von den Arbeiten belegen.

Ihr jüngster Sohn leide an einer schweren Pigmentstörung der Haut, habe zeitweise an einer schweren Darmerkrankung gelitten. Ein anderer Sohn habe regelmäßig migräneartige Kopfschmerzen. Die Tochter einer Freundin leide an einer schweren Hirnstörung. Ihr Freund sei im Laden zusammengebrochen, als er sie dort vertreten habe. Ihr Hund habe sich vor dem Laden erbrochen, im Geschäft nie gegessen oder getrunken.

All das führt Goldbeck auf die Belastung mit Schadstoffen in der Eppsteiner Straße zurück – die LHKW, aber auch PCB, das dort im Boden sei. Einen Termin zu einem Bio-Monitoring habe Goldbeck trotz vieler Anfragen über Wochen nicht bekommen, sagt sie. Ihren Laden hat Goldbeck 2012 aufgegeben, finanziell sei sie nun am Ende. Sie finde keinen Rechtsanwalt, der sich des Falles annehmen wolle. Einzig der BUND habe ihr Hilfe zugesagt.

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