Oberursel

Investieren in der Krise

Zwei Unternehmer haben neue Geschäfte eröffnet.

Investieren während Corona? Zwei Oberurseler haben genau das gemacht. An der Ecke Oberhöchstadter Straße/ Vorstadt 1, gibt seit zwei Wochen Streetfood aus dem „Foodwerk“, also Burger, Bowls und Fritten zum Mitnehmen. Etwas weiter oben, Vorstadt 20, ist seit Mitte Juni der „Orscheler Genuss“ zu Hause, ein Café mit kleiner Bäckerei und regionalen Produkten.

Ob er nicht Angst gehabt hätte, in Covid-Zeiten einen Laden zu eröffnen? Robert Menke lacht. „Ich habe einen Leitsatz: Armut kommt von arm an Mut“, sagt der Geschäftsführer der Foodwerk Gesellschaft. „Als Unternehmer muss man auch ein Stück weit gegen den Strom schwimmen.“ Der 40 Jahre alte Oberurseler weiß, wovon er spricht: 2017 ist er mit einem umgebauten amerikanischen Schulbus ins Foodtruck-Business eingestiegen, später kam ein zweiter Truck dazu, jetzt das stationäre Standbein.

Mit seiner Lebensgefährtin und der bald zweijährigen Tochter lebt er nur wenige Minuten vom Laden entfernt. „Die Fläche ist relativ klein, das sind überschaubare Kosten, selbst wenn es noch mal zu einem Lockdown kommt“, erklärt Menke. Klar sei noch nicht absehbar gewesen, wie es in Sachen Corona weitergehe. „Aber das To-go-Geschäft war ja sicher“, sagt der gelernte Versicherungskaufmann. Auch „Orscheler Genuss“-Chefin Nargiss Razei wurde gefragt, warum sie sich gerade jetzt selbstständig mache. Die junge Frau war zwölf Jahre lang Verkäuferin in der Bäckerei Ruppel, wo sie jetzt ihr Café eröffnete.

Unternehmerin ist Razei zum ersten Mal in ihrem Leben. „Den Entschluss habe ich im Januar spontan gefasst“, sagt sie. „Ich hatte nicht mit der Kündigung gerechnet. Ich habe mich angeboten, zu übernehmen, und die Eigentümerin, meine ehemalige Chefin, war damit einverstanden.“

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