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Instabile Wand im Feuerwehrhaus

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Das umgebaute Feuerwehrhaus mit den aufgestockten Seminarräumen. paiement-Gensrich
Das umgebaute Feuerwehrhaus mit den aufgestockten Seminarräumen. paiement-Gensrich © cg

Wegen unvorhergesehener Schäden müssen für Umbau 220 000 Euro draufgelegt werden

Oberursel - Eine böse und teure Überraschung hat die Stadt beim Umbau des Feuerwehrhauses in Weißkirchen erlebt. Und wenn die Sache nicht auch noch gefährlich gewesen wäre, man hätte an eine Episode aus „Pleiten, Pech und Pannen“ denken können.

Was passiert war, hatten die entsetzten Mitglieder des Haupt- Finanz- und Digitalisierungs-Ausschusses in der Beschlussvorlage zur Budgetüberschreitung um 220 000 Euro lesen müssen: Das neue Dach sollte auf einer bestehenden Wand aufgelegt werden. Beim Abbruch sei aber entdeckt worden, dass die Wand keine soliden Fundamente hatte und bereits vorher das Dach statisch nicht tragen konnte. Die alte Wand musste also entfernt werden. Und eine neue Wand samt Fundamenten, die das Dach tragen konnte, musste gebaut werden.

Beim Abbruch der alten Wand aber offenbarte sich eine weitere Katastrophe: Die Wasserleitungen waren stark korrodiert und mussten ausgetauscht werden. Beim Freilegen der Gasleitung wurde festgestellt, dass diese in weiten Teilen undicht war und komplett erneuert werden musste. „Die Elektrik sollte ursprünglich nur ergänzt werden. Im Laufe der Arbeiten stellte sich aber heraus, dass eine Ergänzung nicht möglich war, sondern weite Teilen wie Haupt- und Unterverteilung erneuert werden mussten.“

Und bei Heizungsarbeiten wurde entdeckt, dass die Hauptleitung der Elektrik defekt war und ausgetauscht werden musste. Und als ob das alles nicht schon schlimm genug gewesen wäre, hätten sich während der Bauverzögerungen die Kosten erhöht. Warum die statischen Mängel erst beim Bau entdeckt worden sind? „Um das zu untersuchen, hätte man vorher ein Loch in den Boden der Fahrzeughalle machen müssen“, erklärte Stadtkämmerer Jens Uhlig (CDU) in der Sitzung des Gremiums.

Glücklicherweise habe die alte Wand vorher nicht viel tragen müssen, nur ein Flachdach. Nun aber ginge es nicht nur um ein neues Dach, sondern auch um Schulungsräume. Die Frage, warum die unglückselige Wand in den 1970er-Jahren so gebaut worden sei, könne er nicht beantworten. Wohl aber, was die Chose nun insgesamt kostet: 1,706 Millionen Euro nämlich. Matthias Fuchs (SPD): „Wir haben Glück gehabt, dass dort bisher nichts Schlimmes passiert ist.“ Um die Zustimmung für die überplanmäßigen Ausgabe kommt das Gremium nicht herum. „Die Halle steht ohnehin schon.“ Wolfgang Schmitt (Grüne) will sichergestellt haben, dass wenigstes die Gasleitungen der anderen städtischen Liegenschaften dicht sind. Und Uhlig sicherte zu, der städtische Eigenbetrieb Bau & Service Oberursel (BSO) werde die Leitungen überprüfen. Das Gremium stimmte der ungeliebten Ausgabe geschlossen zu. Endgültig entscheidet das Stadtparlament am 2. Februar.

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