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In der Vielfalt liegt die Stärke

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Das Quartett „Markierungen und Winkel“ lockert die Eröffnung des Kulturcafés musikalisch auf. efx
Das Quartett „Markierungen und Winkel“ lockert die Eröffnung des Kulturcafés musikalisch auf. efx © efx

Kulturcafé Windrose als interkultureller Ort der Begegnung eröffnet

Oberursel - Das Quartett des Dr. Hoch’s Konservatorium spielte Jazz. Die Musik ermunterte zu Gesprächen. 90 Gäste plauderten in der Strackgasse und alle einte die Freude über das gelungene Projekt: Am Sonntagnachmittag eröffnete das Kulturcafé Windrose in der Altstadt. Dazu waren Leute des Trägervereins, Bauherren, Bürgermeisterin, Ex-Bürgermeister, Wegbegleiter und Unterstützer gekommen.

Das Kommunikationszentrum verbindet Tradition und Moderne. Die Fensterflächen, der Parkettboden, die weiß gekalkten Wände und der Thekenbereich sind Hingucker. Der neue Treffpunkt steht auf historischem Fundament. Heinrich Alberti, geboren 1874, betrieb hier seinen Eisenwarenladen. Die Familie Alberti expandierte 2020 und zog ins Gewerbegebiet an der Frankfurter Landstraße 86, die Räume in der Strackgasse waren zu klein geworden und wurden frei.

„Solche Gelegenheiten ergeben sich nicht oft“, sagte Altbürgermeister Hans-Georg Brum (SPD). Der Trägerverein Kommunikationszentrum Altstadt, der internationale Verein Windrose, Stadt Oberursel, St. Ursula Gemeinde sowie Kultur- und Sportförderverein Oberursel (KSfO) hatten das Projekt mit Brum im Boot beständig vorangetrieben. Nun zeigte das Kulturcafé Windrose, wofür es künftig steht: ein interkultureller, sozialer Ort der Begegnung. Ingrid El Sigai moderierte den Nachmittag und gab gemeinsam mit Hans-Georg Brum und seiner Nachfolgerin Antje Runge einen Abriss über die Historie. Das Potenzial des Altstadthauses habe sich ihm damals schnell erschlossen, erinnerte sich Brum. „Es war der optimale Ort zur interkulturellen Förderung und Belebung des Umfelds.“

Bürgermeisterin Antje Runge hatte das Vorhaben bereits vor ihrer Wahl ehrenamtlich unterstützt. „Ich bin froh, dass ich das weiterführen durfte“, unterstrich die Rathauschefin und ergänzte sodann: „An diesem Ort ist man nicht unter sich, sondern unter vielen.“ Das Kommunikationszentrum setze ein Zeichen „gegen Krieg, Krisen und rechte Gruppierungen, die Ängste schüren. „Wir sollten Vielfalt als unsere Stärke sehen. Wir in Oberursel können den Strömungen von hier aus entgegenwirken. Darüber freue ich mich sehr“, so die Bürgermeisterin. Architekt Robin Weber richtete sich persönlich an die Bauherren Heiner und Jörg Alberti: „Danke, dass Sie es ermöglicht haben, dieses Gebäude seiner neuen Nutzung zuzuführen. Es gab da einige Hürden: Behörden, Nachbarn, Auflagen, Denkmalschutz und Brandschutz. Aber wir haben das alles gemeinsam geschafft.“

Auf ihre Familiengeschichte blickten Heiner und Jörg Alberti zurück. 1929 verkaufte Nikolaus Rompel das Anwesen an Heinrich Alberti. „Herr Alberti wird die sich in dem Hause befindliche Eisenwarenhandlung ausbauen und neben seinem eigenen Geschäft in bewährter Weise weiterführen“, schrieb der Oberurseler Lokal Anzeiger am 23. Februar 1929. Eine Kopie des Auszugs lag zur Ansicht aus.

Den Nachmittag in der Strackgasse rundete das gastronomische Angebot des neuen Treffpunkts ab. Künftig können die Räume für Familienfeiern, Vereinsveranstaltungen oder Firmenveranstaltungen mit zehn bis 100 Personen gebucht werden. Die Gastronomie ist dienstags von 9 bis 18 Uhr, mittwochs, donnerstags, freitags und samstags von 9 bis 23 Uhr und sonntags von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Sonntags ist ab 10 Uhr Brunchzeit. Die Speisekarte ist international. Es gibt auch Longdrinks im Kulturcafé. Donnerstag-, Freitag- und Samstagabend finden Kulturprogramme statt.

Am Donnerstag, 6. Oktober, referiert Bischof Georg Bätzing über „seine Vorstellungen eines guten Lebens und seine Vision von Kirche.“ Am Freitag, 7. Oktober, spielen ab 20 Uhr „Stefanos Finest: terstegen&friends“ Blues, Jazz, Rock, Soul und Latin. Der Eintritt ist frei.

Anmeldung und alle weiteren Informationen auf www.kulturcafe-windrose.de. efx

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