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Die alte Schultafel ist Vergangenheit - heute arbeiten die Schüler mit interaktiven Smartboards.

IGS Stierstadt

Immer Ärger mit den Smartboards

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20 von 36 schlauen Tafeln an der IGS Stierstadt sind defekt. Hinzu kommen Probleme mit EDV und Telefonanlage. Der Elternbeirat schlägt Alarm.

Digitale Technik statt Kreide - sogenannte Smartboards ersetzen an immer mehr Schulen die altgewohnten Tafeln. Sie bieten zusätzliche Möglichkeiten, aber auch Risiken. Womit Lehrer und Schüler an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Stierstadt inzwischen reichlich Erfahrungen gesammelt haben.

Wie der Elternbeirat der IGS in einem dreiseitigen Brief schildert, sind die „schlauen“ Tafeln bereits zum wiederholten Male ausgefallen. Im vergangenen Jahr machten die Beamer Probleme, nun sind nach Angaben der Eltern gleich 20 der insgesamt 36 Smartboards defekt. „Eine heftige Zahl“, wie der Vorsitzende des Elternbeirats, Thomas Gilles, findet.

Lehrer müssen improvisieren 

Für die Lehrer bedeute das einen ständigen Zwang zur Improvisation, schildert Gilles. Schließlich sei die Unterrichtsvorbereitung auf den Einsatz der Smartboards ausgerichtet. Als Ersatz stünden lediglich kleine Whiteboards zur Verfügung. „Und auch die nicht in allen Räumen.“ So laufen derzeit an der IGS die Kopierer heiß, an denen die Lehrer die Unterrichtsmaterialien in Papierform ausdrucken.

Aber auch die Schüler geraten in Schwierigkeiten. Denn am 9. November beginnen für die Hauptschüler die Projektprüfungen, bei denen Präsentationen mit den Smartboards eine wichtige Rolle spielen sollen. Die Eltern fürchten nun, dass daraus nichts werden könnte. 

Zumal das nicht die einzigen Probleme mit der Technik an der IGS sind. „Etliche PCs in den Klassenräumen und den Teamzimmern der Lehrer funktionieren nicht“, teilt der Elternbeirat mit. Hinzu kommt ein Ausfall der Telefonanlage. Seit den Sommerferien seien nur noch das Sekretariat und die Schulleitung telefonisch erreichbar. Eine Verbindung zu den Jahrgangshäusern, in denen sich die meisten Unterrichtsräume befinden, sei derzeit nicht möglich. Was besonders problematisch sei, da in den Jahrgangshäusern kein oder nur ein schlechter Handyempfang existiere. Bei Notfällen müssten Lehrer und Schüler so erst ins Freie rennen, um Hilfe holen zu können, kritisiert Thomas Gilles. 

EDV sollte getauscht werden 

Bereits Ende Februar sei Abhilfe versprochen worden, ärgert sich der Elternbeirat. Damals habe der Hochtaunuskreis als Schulträger mitgeteilt, dass die komplette EDV der Schule ausgetauscht werden solle. Ein genauer Zeitpunkt sei allerdings erst nach den Sommerferien benannt worden: die Herbstferien 2018. In der Folge sollte dann auch die endgültige Reparatur der Smartboards erfolgen.

Doch die Herbstferien seien verstrichen, ohne dass sich etwas getan habe. „Es hat sich bei uns eine Menge Frust angestaut“, schildert Thomas Gilles. Deshalb habe sich der Elternbeirat nun entschieden, an die Öffentlichkeit zu gehen.

Inzwischen seien die defekten Smartboards von einer Fachfirma abgeholt worden, teilte der Leiter der IGS Stierstadt, Markus Herget, gestern mit. Er geht davon aus, dass sie in der kommenden Woche wieder eingesetzt werden können. Die Reparatur der Geräte sei „unmittelbar in Auftrag“ gegeben worden, erklärt die Pressesprecherin des Kreises, Andrea Herzig. Leider werde es mit dem Austausch der übrigen EDV etwas länger dauern, weil der Hersteller Lieferschwierigkeiten habe.

Schulleiter Herget hofft nun auf die Weihnachtsferien. Während der Unterrichtszeit sei ein so aufwendiger Umtausch ohnehin nicht möglich. Was den Kontakt mit der Kreisverwaltung angeht, spricht er von „zielführenden Gesprächen“. Auch eine neue Telefonanlage sei bereits bestellt. Wenn alles gut gehe, könne diese ebenfalls in der kommenden Woche installiert werden.

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